PRESSEARTIKEL - 2012
Bericht aus der "Thüringer Allgemeine" / Ausgabe: Eichsfeld vom 16.11.2012
Nach dem Richtspruch mussten der Kowo-Chef und Bürgermeister Thomas Spielmann (BI) zwanzig Zentimeter lange Nägel in die Dachkonstruktion schlagen. Den kleinen Wettbewerb konnte das Stadtoberhaupt gewinnen. Foto: Thomas Müller
Der Rohbau für den Gebäudekomplex der Kommunalen Wohnungsgesellschaft in Heiligenstadt ist vollendet. Am Freitag feierten Kowo-Chef Sebastian Döring sowie Vertreter aus Politik und der Baufirmen Richtfest. Heiligenstadt. Wenn alles nach Plan läuft, können die Mieter im April 2013 bereits einziehen. Die
Tiefgarage soll sogar schon im Januar eröffnet werden. Insgesamt kostet das Bauprojekt, das sich über die Hälfte des Brauhausplatzes erstreckt, 5 Millionen Euro und ist damit das größte in der Geschichte der Wohnungsgesellschaft.
Bericht aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom November 2012
LEUTE HEUTE
Jens Weichsel (35) Dachdecker aus Heldrungen Ich bin als Vorarbeiter auf der Baustelle Brauhausplatz in Heiligenstadt beschäftigt. Mit meinen Kollegen pendele ich jeden Tag hierher. Halb fünf ist die Nacht zu Ende, gegen halb sechs fahren wir los. Meine zweijährige Tochter Finja freut sich, wenn der Papa jeden Tag zu Hause ist. Oft kommt es auch vor, dass wir während einer Baustelle die ganze Woche über dort bleiben müssen.
Kundenmagazin „context“ - Magazin von HeidelbergCement - Ausgabe 3/2012
Thema: Respektvolle Restaurierung - Sanierung Kloster Dalheim
Altes Wissen in erneuerten Räumen: Ein Seitenflügel des Klosters Dalheim wurde mit modernen Baustoffen wieder komplettiert.
Kreuzgang: Der Kreuzgang ist in der Klausur, dem abgeschlossenen Teil des Klosters, einer der wichtigsten Aufenthaltsräume; er dient nicht nur zur Erschließung aller anliegenden Räume, sondern wird als Wandelgang auch als Ort für Liturgie und Unterricht genutzt. Bereits 1803 säkularisiert, zerstörte ein Brand Mitte des 19. Jahrhunderts Teile des Klosters. Der Kreuzgang des Südflügels fiel der Viehhaltung zum Opfer, aus Platzgründen riss man Mauern ein und bedeckte den Stall mit einem einfachen Dach.
Die historische Klausur der Klosteranlage Dalheim wurde durch die Aufstockung der bei einem Brand zerstörten oberen Etage des Südost- und Nordflügels erneut vollendet. Im zweiten Bauabschnitt gelang die Wiederherstellung eines Kreuzgratgewölbes im südlichen Kreuzgang mit sandfarben eingefärbtem Stampfbeton von Heidelberger Beton auf zeitgemäße Weise.
Nicht zu allen Zeiten wurde der Bestand an Bauten behutsam gepflegt und auch nicht überall der Genius Loci eines Ortes gebührend geschätzt. In früheren Jahrhunderten etwa fielen Klöster oder Schlösser politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen und Begierden zum Opfer. Oft wurden sie ausgeplündert, gebrandschatzt, im schlimmsten Falle dem Erdboden gleichgemacht. Gut, dass das Kloster Dalheim in seiner historischen Substanz nach der Säkularisierung 1803 als große landwirtschaftliche Domäne mit Viehzucht und Gartenbau überdauern konnte. Noch besser, dass die öffentliche Hand Ende der 1970er Jahre Gespür und Geld für den Kauf des bedeutenden baukulturellen Erbes in Westfalen-Lippe aufbrachte. Seither wird das Kloster respektvoll erhalten, behutsam saniert und für die Erbauung und kulturelle Bildung der Öffentlichkeit weitergebaut. Entstanden ist mit der „Stiftung Kloster Dalheim. LWL- Landesmuseum für Klosterkultur“ ein säkularer Ausstellungsort, der – europaweit einzigartig – Klosterkultur in all ihren Facetten erlebbar machen kann. Ein Rundgang durch die aktuelle Dauerausstellung „Eingetreten! 1.700 Jahre Klosterkultur“, die im nächsten Jahr von einer Sonderausstellung ergänzt wird, verdeutlicht, dass zum Klosterleben von den spätantiken Wüstenvätern bis in die Gegenwart mehr gehört als die Entsagung alles Weltlichen. Einer der großen Tische, die erlaubte Speisen im Alltag, an Festtagen und in der Fastenzeit vorstellen, fängt bei Berührung plötzlich an zu wippen. Das unerwartete Wanken ist gewollt und im durchdachten Ausstellungskonzept als Hinweis auf das hier behandelte Thema des Maßhaltens, des Gleichgewichtfindens in allen Dingen – nicht nur im klösterlichen Zusammenhang – gemeint. Doch wir sind hier nicht der Frömmigkeit auf der Spur, vielmehr interessiert uns heute der Umgang von Bauherr, Architekten und Baubeteiligten mit einem sensiblen Kulturerbe. Im Auftrag des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) plante das
Münsteraner Architekturbüro Pfeiffer, Ellermann, Preckel in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden die behutsame Restaurierung des Klosters. Diese sah auch den Wiederaufbau fehlender Bauteile in Anlehnung an die – von einer historischen Vedute ablesbare – barocke Bauform vor und umfasste, nach archäologischen, baugeschichtlichen und historischen Untersuchungen, die Rekonstruktion und Komplettierung des Kreuzganges sowie die Wiederherstellung der oberen, einst abgebrannten Stockwerke. Moderne Einbauten, die das Ensemble als öffentlich zugängiges Museum benötigt, sind seitdem entstanden. Ein großzügiges Raumprogramm mit zwei Treppenhäusern in Sichtbeton, Ausstellungsräumen, Foyer, Sanitärräumen, Klostergastronomie und Klosterladen musste in das vorhandene Baudenkmal integriert werden. Projektleiter Ulrich Beyer, der den Bau im Auftrag des Bauherrn LWL betreut, erläutert das Konzept: „Alles was historisch belegt und erhalten ist, bleibt bestehen, und alles was neu hinzugefügt wird, sollte deutlich als neues Bauteil, als moderner Bauabschnitt erkennbar sein.“ Im zweiten Bauabschnitt lag der Kreuzgang aus dem späten 15. Jahrhundert Planern und Bauherren besonders am Herzen. So entschied man sich nach einem langen Entscheidungsfindungsprozess für die Neugestaltung des zerstörten Flügels in Anlehnung an das barocke Kreuzgratgewölbe. Um nicht zu historisieren, wählte man für die Ausführung der fehlenden Gewölbedecken einen Beton mit sandfarbener Einfärbung und offenporigem Gefüge, der sich in seiner Struktur sichtbar von der Überlieferung abhebt und dennoch farblich zu ihr in Bezug steht. Auch die starke Vereinfachung der Konsolauflagen und der Verzicht auf Ausmalung zeigen, wo die moderneBauweise an die historische anschließt.
Kloster Dalheim In der hochmittelalterlichen Vorgängeranlage des Klosters Dalheim lebten zunächst Nonnen, seine Blüte erlebte das Kloster als religiöses Zentrum unter der Leitung von Augustiner- Chorherren im Barock. Aus dieser Zeit sind noch viele Wirtschaftsbauten, die Orangerie sowie der Ehrenhof mit Prälatur und Gästetrakt erhalten. Die mittelalterliche Klausur und die Klosterkirche wurden im Barock weitergenutzt und umgestaltet. Seit der Umgestaltung werden Scriptorium und Kapitelsaal museal inszeniert. Die ehemaligen Klostergärten wurden bereits rekonstruiert.
Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseumfür Klosterkultur Die kulturelle und politische Entfaltung Europas ist stark von der Entwicklung von Klöstern geprägt. Als Stätten der Bildung, des Wissens und der Forschung erlangten die religiösen Zentren große Bedeutung; sie wirkten als Orte der Kunst, der Architektur und hatten nicht zuletzt auch wirtschaftlichen Einfluss. Die Klosteranlage Dalheim nahe dem westfälischen Lichtenau vermittelt als Gesamtensemble einen umfassenden Eindruck klösterlichen Lebens innerhalb der 1.000 Meter langen Klostermauer. Nach der Säkularisierung 1803 als landwirtschaftliche Domäne geführt, sicherte ein Rückkauf seitens der öffentlichen Hand ab 1979 den Bestand der historischen Anlage mit Elementen aus verschiedenen Zeitaltern. Nach der behutsamen Revitalisierung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten konnte mit der „Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur“ ein Museum entstehen, das Klosterleben und Bedeutung in allen Facetten zeigt. Neben den erhaltenen Funktionsbauten, der Kirche und den Gartenanlagen, präsentieren die Ausstellungsmacherinnen auf rund 3.000 Quadratmetern in der Klausur, also den ehemals nicht öffentlich zugänglichen Räumen, und in den größtenteils wiederhergestellten Obergeschossen klösterliche Kulturgeschichte von der Spätantike und dem frühen Mittelalter über das Barock bis in die Gegenwart.
Objektsteckbrief Projekt: Revitalisierung Kloster Dalheim, 2. Bauabschnitt, Lichtenau-Dalheim Bauherr: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Münster Architekten: PFEIFFER · ELLERMANN · PRECKEL GmbH, Münster Statik: HEG Beratende Ingenieure GmbH, Dortmund Rohbau: Bauunternehmen Hansjörg Kunze GmbH, Heldrungen Betonlieferant: Heidelberger Beton GmbH, Lieferwerk Geseke Betonberatung: Betotech GmbH & Co. KG - Bereich Niedersachsen-Westfalen, eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH Beton: insgesamt rund 1.000 m³ C12/15 bis C35/45 davon: Sichtbeton: Easycrete C35/45 F5 GK8, 150 m³ Farbbeton: Easycrete C35/45 F5 GK6, 170 m³, sandfarben eingefärbt mit 1% Pigment Flüssigfarbe Einkornbeton C16/20 C1 GK16, 70 m³ offenporiges Betongefüge, sandfarben eingefärbt mit 1% Pigment Flüssigfarbe Zement: CEM I 52,5 N, weiß, aus dem Lieferwerk Harmignies der CBR, Belgien, eine Beteiligung von HeidelbergCement; CEM II/A-S 42,5 R, HeidelbergCement, Lieferwerk Paderborn
Die glatte Haptik des Sichtbetons passt als Kontrast zu den groben Steinmauern der alten Klosteranlage.
„Wir sind sicher die ersten, die seit 100 Jahren in Europa wieder so eine Konstruktion gebaut haben“, lacht Jens Mittelstädt, der im Kloster Dalheim für das Bauunternehmen Kunze den Rohbau geleitet hat. Scherz beiseite, wir stehen im Kreuzgang der Klosteranlage aus dem späten 15. Jahrhundert, der teilweise in Beton wieder komplettiert worden ist. „Es handelte sich beim Neubau des Kreuzgewölbes im zweiten Bauabschnitt eigentlich um eine baumeisterliche Aufgabe“, erläutert der Bauleiter den anspruchsvollen Deckenaufbau. Jedes der elf Deckengewölbe musste einzeln ausgemessen werden. Mittels CNC-Fräse fertigte das Bauunternehmen Kunze für jeden Gewölbebogen die entsprechende Einzelschalung aus Holz. Anschließend brachte man mit Kübeln von oben einen Beton mit einer steifen Konsistenz von C1 bis C2 ein. Er wurde ohne Rüttler verdichtet und stattdessen gestampft, um die gewollte, offenporige Oberflächenstruktur im Gewölbe zu erhalten. Für dieses Erscheinungsbild hatte Heidelberger Beton in enger Abstimmung mit der Betotech Niedersachsen-Westfalen, einer Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH, und der Anwendungstechnischen Beratung von HeidelbergCement in Ennigerloh im Vorfeld einen Einkornbeton mit sehr geringem Sandanteil entwickelt. Nach mehreren Laborversuchen mit unterschiedlichen Dosierungen von Betonflüssigfarbe und der Fertigung eines separaten Mustergewölbes stand die Rezeptur für den Kreuzgang fest. „Wir mussten bei der Produktion des sandfarben eingefärbten Betons unter Verwendung von Weißzement aus dem Werk Harmignies der CBR auf die genaue Einhaltung des Wassergehaltes achten, um Farbabweichungen zu vermeiden“, schildert Ralf Willecke, Prokurist der Heidelberger Beton GmbH aus Geseke, die Herausforderung an diesen speziellen, auch den Ansprüchen der Denkmalbehörde entsprechenden Beton. Tatsächlich sieht man die drei horizontalen Betonierabschnitte nur, wenn der Bauleiter eigens darauf hinweist.
Rippenbogen dieser Art tragen sich selbst. Doch das Schwergewichtsbauwerk wollte Jens Mittelstädt nicht gänzlich ohne Bewehrung ausführen. So verankerte sein Unternehmen die Kreuzrippen aus Beton jeweils mit acht Edelstahlstäben 70 Zentimeter tief in den historischen Auflagern. Auch die Hitze während der heißen Bauphase ist noch präsent. „Das Wasser verflog wie nichts“, erinnert sich der Bauleiter. Daher fand er es mehr als hilfreich, dass ihm ein Laborant der Betotech Niedersachsen-Westfalen während des gesamten Betoniervorgangs zur Seite stand und kontinuierlich den Zementleimgehalt überprüfte. So blieb die Betonkonsistenz stets konstant und führte zu dem gleichmäßigen Ergebnis, das heute die Besucher erfreut. Von Interesse sind also nicht nur die erhaltenen Reste der Malerei im historischen Teil des Dalheimer Kreuzgangs. Auch die Herstellung des neuen Betongewölbes mit seiner offenporigen Struktur darf anerkennende Beachtung finden. Architekt Ulrich Beyer vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb der LWL weist darauf hin, dass im zweiten Bauabschnitt, der durch Aufstockung des Ost- und Südflügels auch die Klausur komplettierte, viel mehr Beton steckt als direkt erkennbar. Er wurde in diesem Bereich oft konstruktiv eingesetzt und steht – wenn nach außen sichtbar – bewusst in Bezug zur vorhandenen Bausubstanz. So wurden das zweite Treppenhaus und der dazugehörige Aufzugsschacht, die in den Rundgang, in den Ausstellungskeller und in die oberen Säle führen, komplett mit äußerst fließfähigem Easycrete von Heidelberger Beton in Sichtbeton ausgeführt. Seine authentische, glatte Haptik passt als Kontrast zu den groben Steinmauern der alten Klosteranlage. Und nicht zuletzt erhielten auch die Sichtbetondecken im Südflügel durch die Brettschalung eine charakteristische Beschaffenheit, sodass diese Bauteile nun – verstärkt durch abgesetzte Betonbalken – als moderne Interpretation alter Holzdecken aufgefasst werden können.
Für das Kreuzgratgewölbe wurden jeweils individuelle Schalungen gebaut. Anhand eines Muster-Kreuzbogens konnte das entgültige Aussehen abgestimmt werden.
Bericht aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe: Kyffäuser Allgemeine vom 12.09.2012
Im Nordflügel der Wasserburg sind die Trockenbauer am Werk
Historische Gemäuer soll im Zug der Sanierung auch ein modernes Aussehen erhalten. Erste Gäste wieder im Mai 2013
Holger Gaudig nimmt am Aufzug im dritten Stock Bausteine in Empfang.
Foto aus Website TA: Wilhelm Slodczyk
VON KERSTIN FISCHER
Heldrungen. Betriebsamkeit im dritten Stock auf dem Baugerüst an der Wasserburg. Holger Gaudig und David Bätzoldt nehmen am Aufzug eine Lieferung Baumaterial in Empfang und verfrachten sie ins Gebäudeinnere, wo ihre Kollegen vom ortsansässigen Baubetrieb Kunze schon darauf warten. Die Sanierungsarbeiten auf der Wasserburg gehen zügig vorwärts. Nach der symboli-schen Grundsteinlegung vor einem Jahr rückten im Mai endlich die Bauleute an. Gearbeitet wird in mehreren Bauabschnitten, beginnend mit dem Nordflügel. Dieser ist eingerüstet. Derzeit läuft der Innenausbau. "Wenn man bedenkt, wie das noch vor ein paar Wochen hier aussah - nichts drin außer ein paar Balken, man konnte praktisch bis zum Dach sehen", zeigt sich Peter Kraft, Geschäftsführer vom Landesverband Thüringen des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH), gestern beim Baustellenbesuch nicht unzufrieden mit dem Baufortschritt. Nach der Wende sei im Nordflügel sukzessive mit dem Entkernen begonnen worden, erklärte Hausleiter Ralf Straßburg den Zustand des Nordflügels, der jahrelang anhielt. Decken beziehungsweise Böden gibt es inzwischen wieder in jeder Etage. Eingezogen wurde stabiler Beton. "Damit wird das Gebäude in sich noch einmal gefestigt", sagt Kraft und zeigt auf eine Wand, die im oberen Bereich in Richtung Decke von einem dicken Riss durchzogen wird. "Es gibt hier nämlich eine Querbewegung", erklärt er. Die Betondecke versteift das Ganze und soll Halt geben.
Bis 2015/2016 soll die Burg saniert sein. Nach dem Nordflügel geht es gegenüber im Südflügel weiter, dann kommt der Westflügel an die Reihe. Dieser ist derzeit der Dreh- und Angelpunkt des Jugendherbergsbetriebes. Hier befinden sich die Schlafräume mit 60 Betten. "In der Endphase sollen es mal 120 Betten sein", sagt Kraft. Im Nordflügel werden Vierbett-Zimmer gebaut. Ideal für Familien und Klassenfahrten, findet er. Jedes Zimmer wird eine Nasszelle erhalten. Ob am Ende wirklich die angestrebte Bettenzahl erreicht wird, ist aber noch offen. "120 ist unser Ziel. Genaueres wissen wir aber erst, wenn der Trockenbau raus ist", räumt Kraft ein. Dann habe man einen räumlichen Eindruck. Möglich, dass dann bloß noch drei Betten ins Zimmer kommen. Wenn der Westflügel in die Kur kommt, wird die Jugendherberge auch einen neuen Eingangsbereich erhalten. Dieser besteht aus einer modernen Stahl- Glaskonstruktion, die sich über die gesamte Breite zieht und der Burg dezente Frische verleiht. Die alte Fassade darunter bleibt komplett erhalten und wird durch den verglasten Anbau zu sehen sein. Hundertprozentig grünes Licht vom Denkmalschutz gibt es für diese Variante noch nicht. Aber beim Jugendherbergswerk ist man gu- ter Hoffnung. Ein weiterer Aspekt, ohne den heutzutage in modern sanierten Einrichtungen nichts mehr geht, ist die Barrierefreiheit. In der Ecke zwischen West- und Nordflügel wird ein Fahrstuhl eingebaut. Darüber hinaus entsteht unterm Dach im Westflügel ein Seminarraum mit 90 Plätzen. Und der heute für Zusammenkünfte genutzte Rittersaal im Nordflügel wird zum Trauzimmer für die Stadt Heldrungen ausgebaut.
Zurück zum Nordflügel: Dieser soll nach einem Jahr Bauzeit im Mai 2013 nicht nur bezugsfertig sein, sondern bereits die ersten Gäste beherbergen, verkündet Kraft optimistisch. Viel Arbeit für die Bauleute. Insgesamt fließen mehrere Millionen Euro in den Erhalt des Heldrunger Wahrzeichens. Dass sich das finanziell klamme Heldrungen mit seinem Eigenanteil an der Städtebauförderung klaglos und "kräftig" mitbeteiligt, kann Kraft nicht genug würdigen und lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt. Wenn er sich aber noch etwas wünschen dürfte, dann dieses: "dem neu entstehenden Parkplatz an der Buswendeschleife den Namen Parkplatz Jugendherberge/Wasserburg geben".
Peter Kraft vom Jugendherbergswerk hat konkrete Pläne.
PRESSEARTIKEL - 2012
Bericht aus der "Thüringer Allgemeine" / Ausgabe: Eichsfeld vom 16.11.2012
Nach dem Richtspruch mussten der Kowo-Chef und Bürgermeister Thomas Spielmann (BI) zwanzig Zentimeter lange Nägel in die Dachkonstruktion schlagen. Den kleinen Wettbewerb konnte das Stadtoberhaupt gewinnen. Foto: Thomas Müller
Der Rohbau für den Gebäudekomplex der Kommunalen Wohnungsgesellschaft in Heiligenstadt ist vollendet. Am Freitag feierten Kowo-Chef Sebastian Döring sowie Vertreter aus Politik und der Baufirmen Richtfest. Heiligenstadt. Wenn alles nach Plan läuft, können die Mieter im April 2013 bereits einziehen. Die Tiefgarage soll sogar schon im Januar eröffnet werden. Insgesamt kostet das Bauprojekt, das sich über die Hälfte des Brauhausplatzes erstreckt, 5 Millionen Euro und ist damit das größte in der Geschichte der Wohnungsgesellschaft.
Bericht aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom November 2012
LEUTE HEUTE
Jens Weichsel (35) Dachdecker aus Heldrungen Ich bin als Vorarbeiter auf der Baustelle Brauhausplatz in Heiligenstadt beschäftigt. Mit meinen Kollegen pendele ich jeden Tag hierher. Halb fünf ist die Nacht zu Ende, gegen halb sechs fahren wir los. Meine zweijährige Tochter Finja freut sich, wenn der Papa jeden Tag zu Hause ist. Oft kommt es auch vor, dass wir während einer Baustelle die ganze Woche über dort bleiben müssen.
Kundenmagazin „context“ - Magazin von HeidelbergCement - Ausgabe 3/2012
Thema: Respektvolle Restaurierung  - Sanierung Kloster Dalheim
Altes Wissen in erneuerten Räumen: Ein Seitenflügel des Klosters Dalheim wurde mit modernen Baustoffen wieder komplettiert.
Kreuzgang: Der Kreuzgang ist in der Klausur, dem abgeschlossenen Teil des Klosters, einer der wichtigsten Aufenthaltsräume; er dient nicht nur zur Erschließung aller anliegenden Räume, sondern wird als Wandelgang auch als Ort für Liturgie und Unterricht genutzt. Bereits 1803 säkularisiert, zerstörte ein Brand Mitte des 19. Jahrhunderts Teile des Klosters. Der Kreuzgang des Südflügels fiel der Viehhaltung zum Opfer, aus Platzgründen riss man Mauern ein und bedeckte den Stall mit einem einfachen Dach.
Die historische Klausur der Klosteranlage Dalheim wurde durch die Aufstockung der bei einem Brand zerstörten oberen Etage des Südost- und Nordflügels erneut vollendet. Im zweiten Bauabschnitt gelang die Wiederherstellung eines Kreuzgratgewölbes im südlichen Kreuzgang mit sandfarben eingefärbtem Stampfbeton von Heidelberger Beton auf zeitgemäße Weise.
Nicht zu allen Zeiten wurde der Bestand an Bauten behutsam gepflegt und auch nicht überall der Genius Loci eines Ortes gebührend geschätzt. In früheren Jahrhunderten etwa fielen Klöster oder Schlösser politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen und Begierden zum Opfer. Oft wurden sie ausgeplündert, gebrandschatzt, im schlimmsten Falle dem Erdboden gleichgemacht. Gut, dass das Kloster Dalheim in seiner historischen Substanz nach der Säkularisierung 1803 als große landwirtschaftliche Domäne mit Viehzucht und Gartenbau überdauern konnte. Noch besser, dass die öffentliche Hand Ende der 1970er Jahre Gespür und Geld für den Kauf des bedeutenden baukulturellen Erbes in Westfalen-Lippe aufbrachte. Seither wird das Kloster respektvoll erhalten, behutsam saniert und für die Erbauung und kulturelle Bildung der Öffentlichkeit weitergebaut. Entstanden ist mit der „Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur“ ein säkularer Ausstellungsort, der – europaweit einzigartig – Klosterkultur in all ihren Facetten erlebbar machen kann. Ein Rundgang durch die aktuelle Dauerausstellung „Eingetreten! 1.700 Jahre Klosterkultur“, die im nächsten Jahr von einer Sonderausstellung ergänzt wird, verdeutlicht, dass zum Klosterleben von den spätantiken Wüstenvätern bis in die Gegenwart mehr gehört als die Entsagung alles Weltlichen. Einer der großen Tische, die erlaubte Speisen im Alltag, an Festtagen und in der Fastenzeit vorstellen, fängt bei Berührung plötzlich an zu wippen. Das unerwartete Wanken ist gewollt und im durchdachten Ausstellungskonzept als Hinweis auf das hier behandelte Thema des Maßhaltens, des Gleichgewichtfindens in allen Dingen – nicht nur im klösterlichen Zusammenhang – gemeint. Doch wir sind hier nicht der Frömmigkeit auf der Spur, vielmehr interessiert uns heute der Umgang von Bauherr, Architekten und Baubeteiligten mit einem sensiblen Kulturerbe. Im Auftrag des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) plante das
Münsteraner Architekturbüro Pfeiffer, Ellermann, Preckel in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden die behutsame Restaurierung des Klosters. Diese sah auch den Wiederaufbau fehlender Bauteile in Anlehnung an die – von einer historischen Vedute ablesbare – barocke Bauform vor und umfasste, nach archäologischen, baugeschichtlichen und historischen Untersuchungen, die Rekonstruktion und Komplettierung des Kreuzganges sowie die Wiederherstellung der oberen, einst abgebrannten Stockwerke. Moderne Einbauten, die das Ensemble als öffentlich zugängiges Museum benötigt, sind seitdem entstanden. Ein großzügiges Raumprogramm mit zwei Treppenhäusern in Sichtbeton, Ausstellungsräumen, Foyer, Sanitärräumen, Klostergastronomie und Klosterladen musste in das vorhandene Baudenkmal integriert werden. Projektleiter Ulrich Beyer, der den Bau im Auftrag des Bauherrn LWL betreut, erläutert das Konzept: „Alles was historisch belegt und erhalten ist, bleibt bestehen, und alles was neu hinzugefügt wird, sollte deutlich als neues Bauteil, als moderner Bauabschnitt erkennbar sein.“ Im zweiten Bauabschnitt lag der Kreuzgang aus dem späten 15. Jahrhundert Planern und Bauherren besonders am Herzen. So entschied man sich nach einem langen Entscheidungsfindungsprozess für die Neugestaltung des zerstörten Flügels in Anlehnung an das barocke Kreuzgratgewölbe. Um nicht zu historisieren, wählte man für die Ausführung der fehlenden Gewölbedecken einen Beton mit sandfarbener Einfärbung und offenporigem Gefüge, der sich in seiner Struktur sichtbar von der Überlieferung abhebt und dennoch farblich zu ihr in Bezug steht. Auch die starke Vereinfachung der Konsolauflagen und der Verzicht auf Ausmalung zeigen, wo die moderneBauweise an die historische anschließt.
Kloster Dalheim In der hochmittelalterlichen Vorgängeranlage des Klosters Dalheim lebten zunächst Nonnen, seine Blüte erlebte das Kloster als religiöses Zentrum unter der Leitung von Augustiner-Chorherren im Barock. Aus dieser Zeit sind noch viele Wirtschaftsbauten, die Orangerie sowie der Ehrenhof mit Prälatur und Gästetrakt erhalten. Die mittelalterliche Klausur und die Klosterkirche wurden im Barock weitergenutzt und umgestaltet. Seit der Umgestaltung werden Scriptorium und Kapitelsaal museal inszeniert. Die ehemaligen Klostergärten wurden bereits rekonstruiert.
Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseumfür Klosterkultur Die kulturelle und politische Entfaltung Europas ist stark von der Entwicklung von Klöstern geprägt. Als Stätten der Bildung, des Wissens und der Forschung erlangten die religiösen Zentren große Bedeutung; sie wirkten als Orte der Kunst, der Architektur und hatten nicht zuletzt auch wirtschaftlichen Einfluss. Die Klosteranlage Dalheim nahe dem westfälischen Lichtenau vermittelt als Gesamtensemble einen umfassenden Eindruck klösterlichen Lebens innerhalb der 1.000 Meter langen Klostermauer. Nach der Säkularisierung 1803 als landwirtschaftliche Domäne geführt, sicherte ein Rückkauf seitens der öffentlichen Hand ab 1979 den Bestand der historischen Anlage mit Elementen aus verschiedenen Zeitaltern. Nach der behutsamen Revitalisierung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten konnte mit der „Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur“ ein Museum entstehen, das Klosterleben und Bedeutung in allen Facetten zeigt. Neben den erhaltenen Funktionsbauten, der Kirche und den Gartenanlagen, präsentieren die Ausstellungsmacherinnen auf rund 3.000 Quadratmetern in der Klausur, also den ehemals nicht öffentlich zugänglichen Räumen, und in den größtenteils wiederhergestellten Obergeschossen klösterliche Kulturgeschichte von der Spätantike und dem frühen Mittelalter über das Barock bis in die Gegenwart.
Die glatte Haptik des Sichtbetons passt als Kontrast zu den groben Steinmauern der alten Klosteranlage.
Objektsteckbrief Projekt: Revitalisierung Kloster Dalheim, 2. Bauabschnitt, Lichtenau- Dalheim Bauherr: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Münster Architekten: PFEIFFER · ELLERMANN · PRECKEL GmbH, Münster Statik: HEG Beratende Ingenieure GmbH, Dortmund Rohbau: Bauunternehmen Hansjörg Kunze GmbH, Heldrungen Betonlieferant: Heidelberger Beton GmbH, Lieferwerk Geseke Betonberatung: Betotech GmbH & Co. KG - Bereich Niedersachsen- Westfalen, eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH Beton: insgesamt rund 1.000 m³ C12/15 bis C35/45 davon: Sichtbeton: Easycrete C35/45 F5 GK8, 150 m³ Farbbeton: Easycrete C35/45 F5 GK6, 170 m³, sandfarben eingefärbt mit 1% Pigment Flüssigfarbe Einkornbeton C16/20 C1 GK16, 70 m³ offenporiges Betongefüge, sandfarben eingefärbt mit 1% Pigment Flüssigfarbe Zement: CEM I 52,5 N, weiß, aus dem Lieferwerk Harmignies der CBR, Belgien, eine Beteiligung von HeidelbergCement; CEM II/A-S 42,5 R, HeidelbergCement, Lieferwerk Paderborn
„Wir sind sicher die ersten, die seit 100 Jahren in Europa wieder so eine Konstruktion gebaut haben“, lacht Jens Mittelstädt, der im Kloster Dalheim für das Bauunternehmen Kunze den Rohbau geleitet hat. Scherz beiseite, wir stehen im Kreuzgang der Klosteranlage aus dem späten 15. Jahrhundert, der teilweise in Beton wieder komplettiert worden ist. „Es handelte sich beim Neubau des Kreuzgewölbes im zweiten Bauabschnitt eigentlich um eine baumeisterliche Aufgabe“, erläutert der Bauleiter den anspruchsvollen Deckenaufbau. Jedes der elf Deckengewölbe musste einzeln ausgemessen werden. Mittels CNC-Fräse fertigte das Bauunternehmen Kunze für jeden Gewölbebogen die entsprechende Einzelschalung aus Holz. Anschließend brachte man mit Kübeln von oben einen Beton mit einer steifen Konsistenz von C1 bis C2 ein. Er wurde ohne Rüttler verdichtet und stattdessen gestampft, um die gewollte, offenporige Oberflächenstruktur im Gewölbe zu erhalten. Für dieses Erscheinungsbild hatte Heidelberger Beton in enger Abstimmung mit der Betotech Niedersachsen-Westfalen, einer Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH, und der Anwendungstechnischen Beratung von HeidelbergCement in Ennigerloh im Vorfeld einen Einkornbeton mit sehr geringem Sandanteil entwickelt. Nach mehreren Laborversuchen mit unterschiedlichen Dosierungen von Betonflüssigfarbe und der Fertigung eines separaten Mustergewölbes stand die Rezeptur für den Kreuzgang fest. „Wir mussten bei der Produktion des sandfarben eingefärbten Betons unter Verwendung von Weißzement aus dem Werk Harmignies der CBR auf die genaue Einhaltung des Wassergehaltes achten, um Farbabweichungen zu vermeiden“, schildert Ralf Willecke, Prokurist der Heidelberger Beton GmbH aus Geseke, die Herausforderung an diesen speziellen, auch den Ansprüchen der Denkmalbehörde entsprechenden Beton. Tatsächlich sieht man die drei horizontalen Betonierabschnitte nur, wenn der Bauleiter eigens darauf hinweist.
Rippenbogen dieser Art tragen sich selbst. Doch das Schwergewichtsbauwerk wollte Jens Mittelstädt nicht gänzlich ohne Bewehrung ausführen. So verankerte sein Unternehmen die Kreuzrippen aus Beton jeweils mit acht Edelstahlstäben 70 Zentimeter tief in den historischen Auflagern. Auch die Hitze während der heißen Bauphase ist noch präsent. „Das Wasser verflog wie nichts“, erinnert sich der Bauleiter. Daher fand er es mehr als hilfreich, dass ihm ein Laborant der Betotech Niedersachsen-Westfalen während des gesamten Betoniervorgangs zur Seite stand und kontinuierlich den Zementleimgehalt überprüfte. So blieb die Betonkonsistenz stets konstant und führte zu dem gleichmäßigen Ergebnis, das heute die Besucher erfreut. Von Interesse sind also nicht nur die erhaltenen Reste der Malerei im historischen Teil des Dalheimer Kreuzgangs. Auch die Herstellung des neuen Betongewölbes mit seiner offenporigen Struktur darf anerkennende Beachtung finden. Architekt Ulrich Beyer vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb der LWL weist darauf hin, dass im zweiten Bauabschnitt, der durch Aufstockung des Ost- und Südflügels auch die Klausur komplettierte, viel mehr Beton steckt als direkt erkennbar. Er wurde in diesem Bereich oft konstruktiv eingesetzt und steht – wenn nach außen sichtbar – bewusst in Bezug zur vorhandenen Bausubstanz. So wurden das zweite Treppenhaus und der dazugehörige Aufzugsschacht, die in den Rundgang, in den Ausstellungskeller und in die oberen Säle führen, komplett mit äußerst fließfähigem Easycrete von Heidelberger Beton in Sichtbeton ausgeführt. Seine authentische, glatte Haptik passt als Kontrast zu den groben Steinmauern der alten Klosteranlage. Und nicht zuletzt erhielten auch die Sichtbetondecken im Südflügel durch die Brettschalung eine charakteristische Beschaffenheit, sodass diese Bauteile nun – verstärkt durch abgesetzte Betonbalken – als moderne Interpretation alter Holzdecken aufgefasst werden können.
Für das Kreuzgratgewölbe wurden jeweils individuelle Schalungen gebaut. Anhand eines Muster- Kreuzbogens konnte das entgültige Aussehen abgestimmt werden.
Bericht aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe: Kyffäuser Allgemeine vom 12.09.2012
Im Nordflügel der Wasserburg sind die Trockenbauer am Werk
Historische Gemäuer soll im Zug der Sanierung auch ein modernes Aussehen erhalten. Erste Gäste wieder im Mai 2013
Holger Gaudig nimmt am Aufzug im dritten Stock Bausteine in Empfang.
Foto aus Website TA: Wilhelm Slodczyk
VON KERSTIN FISCHER
Heldrungen. Betriebsamkeit im dritten Stock auf dem Baugerüst an der Wasserburg. Holger Gaudig und David Bätzoldt nehmen am Aufzug eine Lieferung Baumaterial in Empfang und verfrachten sie ins Gebäudeinnere, wo ihre Kollegen vom ortsansässigen Baubetrieb Kunze schon darauf warten. Die Sanierungsarbeiten auf der Wasserburg gehen zügig vorwärts. Nach der symboli-schen Grundsteinlegung vor einem Jahr rückten im Mai endlich die Bauleute an. Gearbeitet wird in mehreren Bauabschnitten, beginnend mit dem Nordflügel. Dieser ist eingerüstet. Derzeit läuft der Innenausbau. "Wenn man bedenkt, wie das noch vor ein paar Wochen hier aussah - nichts drin außer ein paar Balken, man konnte praktisch bis zum Dach sehen", zeigt sich Peter Kraft, Geschäftsführer vom Landesverband Thüringen des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH), gestern beim Baustellenbesuch nicht unzufrieden mit dem Baufortschritt. Nach der Wende sei im Nordflügel sukzessive mit dem Entkernen begonnen worden, erklärte Hausleiter Ralf Straßburg den Zustand des Nordflügels, der jahrelang anhielt. Decken beziehungsweise Böden gibt es inzwischen wieder in jeder Etage. Eingezogen wurde stabiler Beton. "Damit wird das Gebäude in sich noch einmal gefestigt", sagt Kraft und zeigt auf eine Wand, die im oberen Bereich in Richtung Decke von einem dicken Riss durchzogen wird. "Es gibt hier nämlich eine Querbewegung", erklärt er. Die Betondecke versteift das Ganze und soll Halt geben.
Bis 2015/2016 soll die Burg saniert sein. Nach dem Nordflügel geht es gegenüber im Südflügel weiter, dann kommt der Westflügel an die Reihe. Dieser ist derzeit der Dreh- und Angelpunkt des Jugendherbergsbetriebes. Hier befinden sich die Schlafräume mit 60 Betten. "In der Endphase sollen es mal 120 Betten sein", sagt Kraft. Im Nordflügel werden Vierbett-Zimmer gebaut. Ideal für Familien und Klassenfahrten, findet er. Jedes Zimmer wird eine Nasszelle erhalten. Ob am Ende wirklich die angestrebte Bettenzahl erreicht wird, ist aber noch offen. "120 ist unser Ziel. Genaueres wissen wir aber erst, wenn der Trockenbau raus ist", räumt Kraft ein. Dann habe man einen räumlichen Eindruck. Möglich, dass dann bloß noch drei Betten ins Zimmer kommen. Wenn der Westflügel in die Kur kommt, wird die Jugendherberge auch einen neuen Eingangsbereich erhalten. Dieser besteht aus einer modernen Stahl-Glaskonstruktion, die sich über die gesamte Breite zieht und der Burg dezente Frische verleiht. Die alte Fassade darunter bleibt komplett erhalten und wird durch den verglasten Anbau zu sehen sein. Hundertprozentig grünes Licht vom Denkmalschutz gibt es für diese Variante noch nicht. Aber beim Jugendherbergswerk ist man gu- ter Hoffnung. Ein weiterer Aspekt, ohne den heutzutage in modern sanierten Einrichtungen nichts mehr geht, ist die Barrierefreiheit. In der Ecke zwischen West- und Nordflügel wird ein Fahrstuhl eingebaut. Darüber hinaus entsteht unterm Dach im Westflügel ein Seminarraum mit 90 Plätzen. Und der heute für Zusammenkünfte genutzte Rittersaal im Nordflügel wird zum Trauzimmer für die Stadt Heldrungen ausgebaut.
Zurück zum Nordflügel: Dieser soll nach einem Jahr Bauzeit im Mai 2013 nicht nur bezugsfertig sein, sondern bereits die ersten Gäste beherbergen, verkündet Kraft optimistisch. Viel Arbeit für die Bauleute. Insgesamt fließen mehrere Millionen Euro in den Erhalt des Heldrunger Wahrzeichens. Dass sich das finanziell klamme Heldrungen mit seinem Eigenanteil an der Städtebauförderung klaglos und "kräftig" mitbeteiligt, kann Kraft nicht genug würdigen und lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt. Wenn er sich aber noch etwas wünschen dürfte, dann dieses: "dem neu entstehenden Parkplatz an der Buswendeschleife den Namen Parkplatz Jugendherberge/Wasserburg geben".
Peter Kraft vom Jugendherbergswerk hat konkrete Pläne.