Bericht und Fotos aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom 07.11.2015
Selbst mit Herzen aus Schiefer werben Firmen um Nachwuchs
Bei den Berufsinfotagen konnten gestern etwa 600 Schüler auch in „Speed-Datings“ auf den Zahn fühlen
Landkreis 600 Schüler bei Berufsinfotage
VON TIMO GÖTZ
Sondershausen. Ein Herz hat sich Sonja Wenkel mit viel Geschick aus einer Schieferplatte gehämmert: „Mir macht so was Handwerkliches viel Freude.“ Das erlebt die 17-Jährige gestern wieder, als sie sich am Stand der Baufirma Kunze aus Heldrungen bei den Berufsinfotagen in der Bundeswehrhalle in Sondershausen an Dachschindeln ausprobieren durfte. Die Messe findet zum 14. Mal statt. Beruflich sieht die Gymnasiastin aus Sondershausen ihre Zukunft aber eher in der Verwaltung. Dafür fand sie an den Ständen von der Stadt Sondershausen oder bei den Messeveranstaltern vom Landratsamt die richtigen Ansprechpartner. „Auf so einer Messe bekommt man wirklich wichtige Informationen. Man kann ja die Leute von den Firmen einfach fragen.“ Auf diese Weise fand gestern auch der 16 Jahre alte Jan-Niklas Hommel schnell heraus, dass es zwei Möglichkeiten gibt, eine Karriere bei der Polizei zu beginnen. „Ich habe mir mal die Unterschiede zwischen Landes-und Bundespolizei erklären lassen. Nun kann ich mir in Ruhe überlegen, was für mich interessanter ist.“ So verbuchte der Gymnasiast seinen ersten Besuch auf einer Berufsmesse als Erfolg. Die Chance auf ein Praktikum bei der
Bundeswehr sprang außerdem noch heraus. Nicht nur mit praktischen Übungen und Praktika versuchten die Behörden und Unternehmen, den händeringend gesuchten Nachwuchs anzulocken. Die meisten der 55 Aussteller bei den Berufsinfotagen ließen sich auch auf „Speed-Datings“ mit den Jugendlichen ein. In Gesprächsrunden von nur fünf Minuten Dauer konnten sie sich Schülern präsentieren, die sich vorab dafür bei den Ausstellern ihrer Wahl angemeldet hatten. Ungefähr 600 Jugendliche aus Schulen im gesamten Landkreis hatten die Ausbildungsmesse bereits gestern Vormittag besucht. Dabei waren die Schüler auch selbst gefordert. In einem Wettbewerb traten die Schulklassen gegeneinander an. Sieben Schüler bildeten jeweils ein Team und mussten an verschiedenen Stationen Kraft, Geschick und auch logisches Denken unter Beweis stellen. Nachdem die Mannschaften aus zehn Schulen um die Wette Räder gewechselt, Schaltungen verdrahtet, gemolken, Kartoffeln geschält oder spiegelverkehrt Bilder gemalt hatten, werden nun die Punkte zusammengezählt. Morgen, am Ende des zweiten Messetages werden die Gewinner bekanntgegeben.
Geschick und Logik waren gefordert Für die Aussteller wäre es ein großer Gewinn, nach der Messe wieder genügend Bewerber auf den angebotenen Ausbildungsplätzen zu finden. „Vor fünf Jahren hatten wir oft 60 Bewerbungen auf die fünf oder sechs Ausbildungsstellen, die wir im Unternehmen haben. Heute sind es im besten Fall zehn“, schildert Dachdeckermeisterin Klaudia Daßler die Lage in der Baufirma Kunze. Auch in den „Grünen Berufen“ wird der Nachwuchs knapp. Deshalb warb Martin Wagner vom Landwirtschaftsamt in Bad Frankenhausen für die freien Ausbildungsplätze in den etwa 50 Agrar- Unternehmen der Nordthüringer Region und der Landwirtschaftsschule. „Es gibt Betriebe, die bemühen sich schon seit Jahren vergeblich, geeignete Jugendliche für die Ausbildung zu gewinnen.“ Ähnlich händeringend suchen auch die Personalverantwortlichen bei den Technologiefirmen Wago oder Elso aus Sondershausen geeignete Bewerber auf Ausbildungsstellen in ihren Betrieben. Natürlich stellten auch sie sich auf der Messe vor. Das nutzte Regelschüler Tobias Koch, um sich gute Aussichten auf einen Job als Werkzeugmechaniker zu verschaffen. „Ich habe mit den Leuten am Stand gesprochen und weiß nun, was ich tun muss, um eine Ausbildungsstelle zu bekommen“, verließ der 14-Jährige die Messe gestern guter Dinge.
Martin Sommer (rechts) Lehrer für Wirtschafts-Recht und Latein vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Sondershausen besuchte ebenfalls die Berufsinfotage mit seinen Schülerinnen. Hier interessieren sie sich für das Unternehmen Wago Kontakttechnik. Foto: Henning Most
Bericht und Foto aus der „Thüringer Allgmeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom 06.06.2015
Neue Trikots
Unterstützung für Nachwuchs- und Männer-Fußballmanschaften
Fußball-Dresse für Herren und Nachwuchskicker Dank der Großzügigkeit zweier Sponsoren dürfen sich sowohl die ab kommender Spielzeit in der Altersklasse D- Junioren spielenden Nachwuchskicker als auch die Herren der LSG über neue Outfits freuen. Für die Junioren sponsorte das Bauunternehmen Kunze aus Heldrungen bereits zur letztjährigen Weihnachtsfeier neue Trikots. Die offizielle Übergabe durch Geschäftsführer Silvio Kunze erfolgte Ende April und prompt gewannen die Knirpse ihr erstes Match mit den neuen Trikots. Für die Männer gab es vor dem letzten Keimspiel neue Sweatshirts, die das Tiefbauunternehmen Kühnhold aus Hemleben zur Verfügung stellte. Christopfer Plischka, Oberheldrungen
Die Fußballmanschaft der D-Jugend der LSG 80 Oberheldrungen mit ihren neuen Kurzarm-Trikots. Foto: privat
Bericht und Fotos aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom 26.01.2015
Viele Betriebe suchen Auszubildende, doch entsprechende Noten sind trotzdem Pflicht
3. JAP-Börse in Bottendorf konnte erfreulichen Zuwachs an Teilnehmern verzeichnen. Erstmals auch Unternehmen aus Sachsen-Anhalt dabei
VON KERSTIN FISCHER
Bottendorf. Marvin Christiani ist 16 und auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Der Memlebener hat keine Vorstellung, was er später mal machen möchte. Zusammen mit Mutter Monique und deren Lebenspartner hofft der Zehntklässler auf Anregung auf der JAP-Börse in Bottendorf. Wie Marvin wollen sich viele am Samstag in der Mehrzweckhalle über Ausbildungsmöglichkeiten und Jobchancen informieren. JAP, das steht für Job, Ausbildung, Praktikum. Hier haben Unternehmen aus Industrie, Landwirtschaft und Handwerk sowie Vertreter aus dem Bereich Soziales und Gesundheit, Banken, Bundeswehr sowie freie und private Bildungsträger ihre Stände aufgebaut. Auch Bundeswehr und Polizei sind dabei. Die JAP-Börse der Region Roßleben, die von der Stadt, dem VHS-Bildungswerk Thüringen und dem Kreisjugendring organisiert wird, richtet sich sowohl an Berufsanfänger, als auch Praktikums- und Arbeitsuchende und wird schon zum 3. Mal veranstaltet. Und ertsmals, wie Landrätin Antje Hochwind (SPD) bei der Eröffnung betont, unter Beteiligung des Burgenlandkreises.
Mechatroniker-Lehrling Nils Steinmann (links) setzt das Modell einer Blechrollen-maschine in Gang, während sich Matthias Hampe und Mutter Doreen über Ausbildungs- berufe bei Wago in Sondershausen informieren. Foto: Kerstin Fischer
Heiko Goniwiecha von der Lafarge Zement GmbH in Karsdorf im benachbarten Sachen-Anhalt freut sich, hier zu sein und hat alles für einen erfolgreichen Verlauf vorbereitet: Ein ansprechender Stand, Prospekte, und natürlich gibt’s auch ein paar Werbestücke. Und, ganz wichtig, der Laptop, auf dem das Lehrlingsentgeld zu entnehmen ist, das der Betrieb seinen Azubis zahlt. „Tarif!“, betont der Lehrausbilder Metall. Ohne das, fügt er hinzu, sei es schwer, gute Bewerber zu finden. Freie Ausbildungsplätze noch für dieses Jahr „Wir bilden in vier Richtungen aus: Industriemechaniker, Elektroniker, Baustoffprüfer und Industriekaufleute“, erzählt Goniwiecha, „und aktuell für 2015 suchen wir noch einen angehenden Elektroniker“. Wie Lafagre Zement geht es auch vielen anderen Betrieben der Region. Gab es früher einen Überhang an Bewerbern, können jetzt die Schulabgänger wählen, wo sie ihre Bewerbungsunterlagen einreichen. Darauf verwies auch Landrätin Hochwind, die als Schirmherrin die JAP- Börse eröffnete und Bewerbern riet, diese Chance zu nutzen, den Organisatoren dankte und sich im Namen des Landkreises den Unternehmen der Region „als Partner an Ihrer Seite“ empfahl. Schließlich habe der Kreis es sich zur Aufgabe gemacht, die jungen Leute in der Region zu halten, statt davonziehen zu lassen.
Konrad Leißig stellte sich beim Kunze-Baubetrieb geschickt an und klopfte aus einer Schieferplatte ein Herz.
Mehr Beteiligung aus der Region gewünscht Doch ohne entsprechende Noten wird’s schwierig. Das bekamen die Interessierten immer wieder zu hören, ob bei der Baufirma Mütze & Rätzel aus Wohlmirstedt, Fashy aus Wiehe, Kloßmassehersteller Henglein aus Laucha, SAS Sangerhausen oder der Landespolizeiinspektion Nordhausen. Insgesamt 25 Unternehmen hatten in der Mehrzweckhalle ihre Stände aufgebaut. Ein deutliches Plus gegenüber dem Vohrjahr, wo die Zahl der Aussteller unter zwanzig geblieben war. Für Susanne Kammlodt vom Mehrgenerationenhaus in Roßleben aber trotzdem nicht genug angesichts 300 verschickter Einladungen. Vor allem von den Betrieben aus dem Roßlebener Bereich zeigte sie sich enttäuscht. „Hier hätten wir uns mehr Beteiligung gewünscht“, sagte sie. Um so erfreulicher zeigte sie sich über die Teilnahme der fünf Betriebe aus dem Burgenlandkreis. Von Anfang an sei die Idee gewesen, die JAP-Börse länderübergreifend zu gestalten. „Diesmal hat’s endlich geklappt“, so Kammlodt. Schon kurz nach der Eröffnung füllt sich die Halle mit Besuchern. Christina Boenke von Sumitomo in Wiehe freut’s: „Am Samstag kommen Leute, die sich wirklich interessieren“, findet die Technische Zeichnerin den Wochenendtermin für so eine Berufsbörse besser als einen in der Woche, wo Erscheinen Pflicht ist.
Auch bei Sumitromo Wiehe blieben viele stehen und erkundigten sich nach Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten
Der 14-jährige Matthias Hampe hat bereits erste Zukunftspläne: „Was Handwerkliches“ möchte er machen, erzählt der Achtklässler aus Roßleben, der zusammen mit Mutter Doreen gerade bei Wago Kontakttechnik aus Sondershausen Halt macht, wo die Azubis Nils Steinmann und Raik Parismus für ihre Berufe Mechatroniker und Werkzeugmacher werben. Konrad Leißing aus Zeisdorf (Sachsen-Anhalt) stellt sich derweil bei der Bau- und Dachdeckerfirma Kunze aus Heldrungen gar nicht ungeschickt an, als er mit dem Schieferhammer über der Haubrücke aus einer Schieferplatte ein vorgezeichnetes Herz klopft. Firmenchef Silvio Kunze zeigt sich zufrieden und rät dem zierlichen Achtklässler dazu, viele Arbeiten im Haus zu erledigen „Davon gibt’s Kraft. Ohne zweiwöchiges Praktikum gibt’s bei Kunze aber keinen Vertrag. Auf dem Dach sei Gleichgewicht
gefragt, und Arbeit in luftiger Höhe dürfe auch nichts ausmachen. Hier scheiterten angehende Bewerber leider oft. Auf Jobsuche ist David Wendler. „Aber da habe ich hier noch nichts gefunden. Alles nur Angebote für Berufsanfänger“, bedauert der Handelsfachwirt, der aus Artern gekommen ist und auf der Börse schon die zweite Runde gedreht hat. Am Ende haben sich zwei zumindest schon mal gefunden: Heiko Goniwiecha von Lafarge - und Marvin Christiani. „Melde dich zum Gespräch“, ruft Goniwiecha dem jungen Memlebener nach, als der sich von dem Lehrausbilder verabschiedet. Wenn an diesem Tag noch so ein paar hoffnungsvolle Kontakte zustande kamen, hat die Börse schon was gebracht.
PRESSEARTIKEL - 2015
PRESSEARTIKEL - 2015
Bericht und Fotos aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom 07.11.2015
Selbst mit Herzen aus Schiefer werben Firmen um Nachwuchs
Bei den Berufsinfotagen konnten gestern etwa 600 Schüler auch in „Speed-Datings“ auf den Zahn fühlen
Landkreis 600 Schüler bei Berufsinfotage
VON TIMO GÖTZ
Sondershausen. Ein Herz hat sich Sonja Wenkel mit viel Geschick aus einer Schieferplatte gehämmert: „Mir macht so was Handwerkliches viel Freude.“ Das erlebt die 17-Jährige gestern wieder, als sie sich am Stand der Baufirma Kunze aus Heldrungen bei den Berufsinfotagen in der Bundeswehrhalle in Sondershausen an Dachschindeln ausprobieren durfte. Die Messe findet zum 14. Mal statt. Beruflich sieht die Gymnasiastin aus Sondershausen ihre Zukunft aber eher in der Verwaltung. Dafür fand sie an den Ständen von der Stadt Sondershausen oder bei den Messeveranstaltern vom Landratsamt die richtigen Ansprechpartner. „Auf so einer Messe bekommt man wirklich wichtige Informationen. Man kann ja die Leute von den Firmen einfach fragen.“ Auf diese Weise fand gestern auch der 16 Jahre alte Jan-Niklas Hommel schnell heraus, dass es zwei Möglichkeiten gibt, eine Karriere bei der Polizei zu beginnen. „Ich habe mir mal die Unterschiede zwischen Landes-und Bundespolizei erklären lassen. Nun kann ich mir in Ruhe überlegen, was für mich interessanter ist.“ So verbuchte der Gymnasiast seinen ersten Besuch auf einer Berufsmesse als Erfolg. Die Chance auf ein Praktikum bei der
Bundeswehr sprang außerdem noch heraus. Nicht nur mit praktischen Übungen und Praktika versuchten die Behörden und Unternehmen, den händeringend gesuchten Nachwuchs anzulocken. Die meisten der 55 Aussteller bei den Berufsinfotagen ließen sich auch auf „Speed-Datings“ mit den Jugendlichen ein. In Gesprächsrunden von nur fünf Minuten Dauer konnten sie sich Schülern präsentieren, die sich vorab dafür bei den Ausstellern ihrer Wahl angemeldet hatten. Ungefähr 600 Jugendliche aus Schulen im gesamten Landkreis hatten die Ausbildungsmesse bereits gestern Vormittag besucht. Dabei waren die Schüler auch selbst gefordert. In einem Wettbewerb traten die Schulklassen gegeneinander an. Sieben Schüler bildeten jeweils ein Team und mussten an verschiedenen Stationen Kraft, Geschick und auch logisches Denken unter Beweis stellen. Nachdem die Mannschaften aus zehn Schulen um die Wette Räder gewechselt, Schaltungen verdrahtet, gemolken, Kartoffeln geschält oder spiegelverkehrt Bilder gemalt hatten, werden nun die Punkte zusammengezählt. Morgen, am Ende des zweiten Messetages werden die Gewinner bekanntgegeben.
Martin Sommer (rechts) Lehrer für Wirtschafts-Recht und Latein vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Sondershausen besuchte ebenfalls die Berufsinfotage mit seinen Schülerinnen. Hier interessieren sie sich für das Unternehmen Wago Kontakttechnik. Foto: Henning Most
Geschick und Logik waren gefordert Für die Aussteller wäre es ein großer Gewinn, nach der Messe wieder genügend Bewerber auf den angebotenen Ausbildungsplätzen zu finden. „Vor fünf Jahren hatten wir oft 60 Bewerbungen auf die fünf oder sechs Ausbildungsstellen, die wir im Unternehmen haben. Heute sind es im besten Fall zehn“, schildert Dachdeckermeisterin Klaudia Daßler die Lage in der Baufirma Kunze. Auch in den „Grünen Berufen“ wird der Nachwuchs knapp. Deshalb warb Martin Wagner vom Landwirtschaftsamt in Bad Frankenhausen für die freien Ausbildungsplätze in den etwa 50 Agrar- Unternehmen der Nordthüringer Region und der Landwirtschaftsschule. „Es gibt Betriebe, die bemühen sich schon seit Jahren vergeblich, geeignete Jugendliche für die Ausbildung zu gewinnen.“ Ähnlich händeringend suchen auch die Personalverantwortlichen bei den Technologiefirmen Wago oder Elso aus Sondershausen geeignete Bewerber auf Ausbildungsstellen in ihren Betrieben. Natürlich stellten auch sie sich auf der Messe vor. Das nutzte Regelschüler Tobias Koch, um sich gute Aussichten auf einen Job als Werkzeugmechaniker zu verschaffen. „Ich habe mit den Leuten am Stand gesprochen und weiß nun, was ich tun muss, um eine Ausbildungsstelle zu bekommen“, verließ der 14-Jährige die Messe gestern guter Dinge.
Bericht und Foto aus der „Thüringer Allgmeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom 06.06.2015
Neue Trikots
Unterstützung für Nachwuchs- und Männer-Fußballmanschaften
Die Fußballmanschaft der D-Jugend der LSG 80 Oberheldrungen mit ihren neuen Kurzarm-Trikots. Foto: privat
Fußball-Dresse für Herren und Nachwuchskicker Dank der Großzügigkeit zweier Sponsoren dürfen sich sowohl die ab kommender Spielzeit in der Altersklasse D- Junioren spielenden Nachwuchskicker als auch die Herren der LSG über neue Outfits freuen. Für die Junioren sponsorte das Bauunternehmen Kunze aus Heldrungen bereits zur letztjährigen Weihnachtsfeier neue Trikots. Die offizielle Übergabe durch Geschäftsführer Silvio Kunze erfolgte Ende April und prompt gewannen die Knirpse ihr erstes Match mit den neuen Trikots. Für die Männer gab es vor dem letzten Keimspiel neue Sweatshirts, die das Tiefbauunternehmen Kühnhold aus Hemleben zur Verfügung stellte. Christopfer Plischka, Oberheldrungen
Bericht und Fotos aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom 26.01.2015
Viele Betriebe suchen Auszubildende, doch entsprechende Noten sind trotzdem Pflicht
3. JAP-Börse in Bottendorf konnte erfreulichen Zuwachs an Teilnehmern verzeichnen. Erstmals auch Unternehmen aus Sachsen-Anhalt dabei
VON KERSTIN FISCHER
Bottendorf. Marvin Christiani ist 16 und auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Der Memlebener hat keine Vorstellung, was er später mal machen möchte. Zusammen mit Mutter Monique und deren Lebenspartner hofft der Zehntklässler auf Anregung auf der JAP-Börse in Bottendorf. Wie Marvin wollen sich viele am Samstag in der Mehrzweckhalle über Ausbildungsmöglichkeiten und Jobchancen informieren. JAP, das steht für Job, Ausbildung, Praktikum. Hier haben Unternehmen aus Industrie, Landwirtschaft und Handwerk sowie Vertreter aus dem Bereich Soziales und Gesundheit, Banken, Bundeswehr sowie freie und private Bildungsträger ihre Stände aufgebaut. Auch Bundeswehr und Polizei sind dabei. Die JAP-Börse der Region Roßleben, die von der Stadt, dem VHS-Bildungswerk Thüringen und dem Kreisjugendring organisiert wird, richtet sich sowohl an Berufsanfänger, als auch Praktikums- und Arbeitsuchende und wird schon zum 3. Mal veranstaltet. Und ertsmals, wie Landrätin Antje Hochwind (SPD) bei der Eröffnung betont, unter Beteiligung des Burgenlandkreises.
Mechatroniker-Lehrling Nils Steinmann (links) setzt das Modell einer Blechrollen-maschine in Gang, während sich Matthias Hampe und Mutter Doreen über Ausbildungs- berufe bei Wago in Sondershausen informieren. Foto: Kerstin Fischer
Heiko Goniwiecha von der Lafarge Zement GmbH in Karsdorf im benachbarten Sachen-Anhalt freut sich, hier zu sein und hat alles für einen erfolgreichen Verlauf vorbereitet: Ein ansprechender Stand, Prospekte, und natürlich gibt’s auch ein paar Werbestücke. Und, ganz wichtig, der Laptop, auf dem das Lehrlingsentgeld zu entnehmen ist, das der Betrieb seinen Azubis zahlt. „Tarif!“, betont der Lehrausbilder Metall. Ohne das, fügt er hinzu, sei es schwer, gute Bewerber zu finden. Freie Ausbildungsplätze noch für dieses Jahr „Wir bilden in vier Richtungen aus: Industriemechaniker, Elektroniker, Baustoffprüfer und Industriekaufleute“, erzählt Goniwiecha, „und aktuell für 2015 suchen wir noch einen angehenden Elektroniker“. Wie Lafagre Zement geht es auch vielen anderen Betrieben der Region. Gab es früher einen Überhang an Bewerbern, können jetzt die Schulabgänger wählen, wo sie ihre Bewerbungsunterlagen einreichen. Darauf verwies auch Landrätin Hochwind, die als Schirmherrin die JAP- Börse eröffnete und Bewerbern riet, diese Chance zu nutzen, den Organisatoren dankte und sich im Namen des Landkreises den Unternehmen der Region „als Partner an Ihrer Seite“ empfahl. Schließlich habe der Kreis es sich zur Aufgabe gemacht, die jungen Leute in der Region zu halten, statt davonziehen zu lassen.
Konrad Leißig stellte sich beim Kunze-Baubetrieb geschickt an und klopfte aus einer Schieferplatte ein Herz.
Mehr Beteiligung aus der Region gewünscht Doch ohne entsprechende Noten wird’s schwierig. Das bekamen die Interessierten immer wieder zu hören, ob bei der Baufirma Mütze & Rätzel aus Wohlmirstedt, Fashy aus Wiehe, Kloßmassehersteller Henglein aus Laucha, SAS Sangerhausen oder der Landespolizeiinspektion Nordhausen. Insgesamt 25 Unternehmen hatten in der Mehrzweckhalle ihre Stände aufgebaut. Ein deutliches Plus gegenüber dem Vohrjahr, wo die Zahl der Aussteller unter zwanzig geblieben war. Für Susanne Kammlodt vom Mehrgenerationenhaus in Roßleben aber trotzdem nicht genug angesichts 300 verschickter Einladungen. Vor allem von den Betrieben aus dem Roßlebener Bereich zeigte sie sich enttäuscht. „Hier hätten wir uns mehr Beteiligung gewünscht“, sagte sie. Um so erfreulicher zeigte sie sich über die Teilnahme der fünf Betriebe aus dem Burgenlandkreis. Von Anfang an sei die Idee gewesen, die JAP-Börse länderübergreifend zu gestalten. „Diesmal hat’s endlich geklappt“, so Kammlodt. Schon kurz nach der Eröffnung füllt sich die Halle mit Besuchern. Christina Boenke von Sumitomo in Wiehe freut’s: „Am Samstag kommen Leute, die sich wirklich interessieren“, findet die Technische Zeichnerin den Wochenendtermin für so eine Berufsbörse besser als einen in der Woche, wo Erscheinen Pflicht ist.
Auch bei Sumitromo Wiehe blieben viele stehen und erkundigten sich nach Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten
Der 14-jährige Matthias Hampe hat bereits erste Zukunftspläne: „Was Handwerkliches“ möchte er machen, erzählt der Achtklässler aus Roßleben, der zusammen mit Mutter Doreen gerade bei Wago Kontakttechnik aus Sondershausen Halt macht, wo die Azubis Nils Steinmann und Raik Parismus für ihre Berufe Mechatroniker und Werkzeugmacher werben. Konrad Leißing aus Zeisdorf (Sachsen-Anhalt) stellt sich derweil bei der Bau- und Dachdeckerfirma Kunze aus Heldrungen gar nicht ungeschickt an, als er mit dem Schieferhammer über der Haubrücke aus einer Schieferplatte ein vorgezeichnetes Herz klopft. Firmenchef Silvio Kunze zeigt sich zufrieden und rät dem zierlichen Achtklässler dazu, viele Arbeiten im Haus zu erledigen „Davon gibt’s Kraft. Ohne zweiwöchiges Praktikum gibt’s bei Kunze aber keinen Vertrag. Auf dem Dach sei Gleichgewicht
gefragt, und Arbeit in luftiger Höhe dürfe auch nichts ausmachen. Hier scheiterten angehende Bewerber leider oft. Auf Jobsuche ist David Wendler. „Aber da habe ich hier noch nichts gefunden. Alles nur Angebote für Berufsanfänger“, bedauert der Handelsfachwirt, der aus Artern gekommen ist und auf der Börse schon die zweite Runde gedreht hat. Am Ende haben sich zwei zumindest schon mal gefunden: Heiko Goniwiecha von Lafarge - und Marvin Christiani. „Melde dich zum Gespräch“, ruft Goniwiecha dem jungen Memlebener nach, als der sich von dem Lehrausbilder verabschiedet. Wenn an diesem Tag noch so ein paar hoffnungsvolle Kontakte zustande kamen, hat die Börse schon was gebracht.