Bericht und Foto aus der „Weimarer Allgemeine“ / Ausgabe vom 07.12.2016
Arbeiten am höchsten Punkt des Kasseturms vor Abschluss
Mitarbeiter der Heldrunger Firma Kunzebau sind seit Wochen damit beschäftigt, das Dach des Kasseturms auf dem Goetheplatz neu zu decken. Heute, so hoffen sie, können sie die Arbeiten endlich abschließen, die auch gestern bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt unermüdlich weiter gingen. Zuvor hatte die Firma auch den Dachstuhl des um das Jahr 1500 errichteten Wehrturms erneuert.
Bericht und Foto aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe Kyffhäuser Allgemeine vom 27.04.2016
Zahl der Herbergsgäste der Wasserburg stieg um ein Drittel
Mehr als 17.000 Übernachtungen seit dem Vorjahr. Entscheidung in Weimar zur Weitersanierung steht noch aus.
Das Gerüst am Südflügel ist gefallen, die Fassade im Innenhof fertig. Jetzt werden noch ein paar Restarbeiten erledigt.
Foto: Wilhelm Slodzyk
VON KERSTIN FISCHER
Heldrungen. Gestern Mittag auf der Wasserburg in Heldrungen: Während die Betreiberfamilie Straßburg bei der Ausgabe des Mittagsessens für die Gäste der Jugendherberge schwitzt, sind draußen vor der Burgtür die Männer vom Bauunternehmen Kunze ebenfalls nicht untätig. Die Bauleute haben im Innenhof im Boden gewühlt. An der Außentreppe zum Südflügel sind nach dem Malern der Hoffassade - das Baugerüst ist inzwischen verschwunden - noch Restarbeiten zu erledigen. Und in der Ecke zwischen Süd- und Westflügel setzt Thomas Kunert die ausgehobenen Pflastersteine wieder ein. Im Boden war der Blitzschutz verlegt worden. Danach dürfte es baumäßig wieder ruhig werden auf dem Burggelände. 180 000 Euro hatte der Thüringer Denkmalschutz im vorigen Jahr im Rahmen der Sanierung der historischen Burganlage für Fassaden- und Fensterarbeiten bereit gestellt - 80 000 davon stammten aus dem Bundesprogramm, das den Ländern beim Erhalt besonderer Baudenkmäler unter die Ärme greift. Die sehnlichst erwartete Entscheidung des Landesverwaltungsamtes in Weimar hinsichtlich des dringend noch sanierungsbedürftigen Westflügels und dessen Finanzierung steht aber noch immer aus. „Nichts Neues“, sagt Peter Kraft vom Thüringer Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Damit liegt der Umbau von Herbergszimmern und Küche weiter auf Eis. Auf drei Millionen Euro belaufen sich die voraussichtlichen
Kosten für den letzten Bauabschnitt einschließlich Außenfassaden und Freianlage. Bei der 2011 begonnenen millionenschweren Burgsanierung waren im Südflügel die Kosten aus dem Ruder gelaufen - knapp zwei Millionen mehr gegenüber der ursprünglichen Planung von gut fünf Millionen Euro. Die Folge: Nach dem Südflügel war der komplette Sanierungstopf leer. Und woher nehmen, wenn nicht stehlen? Dass die Sanierung des Westflügels aber dringend notwendig ist, lässt sich allein an den Übernachtungsmöglichkeiten ablesen. Die beliefen sich im abgelaufenen Jahr bis Stichtag 31. März auf 17 300. Eine Steigerung um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Peter Kraft der Statistik seines Hauses entnimmt. Tendenz steigend. Gäste bis aus Schleswig-Holstein 22 Prozent der Übernachtungen entfallen auf Klassenfahrten, 35 Prozent auf Familienurlaube, den Rest machen Wandergruppen und Lehrgänge aus. „Die Wasserburg ist eines unserer Filetstücke. Das spricht sich natürlich rum“, freut sich Kraft über den Zuspruch. Zur Hälfte kommt die Gästeschar aus Thüringen, ein Viertel sind Sachsen- Anhaltiner. 15 Prozent stammen aus Schleswig-Holstein und der Rest der Herbergsgäste verteilt sich auf die Herkünfte Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg. Für dieses Jahr geht das DJH sogar von 18 000 Übernachtungen aus. Doch viele Gäste bedeutet aber auch viel Aufwand. Die Küche im Westfkügel ist dem Anstieg der Bettenzahl auf 140 nach
Nord- und Südflügelsanierung kaum noch gewachsen. Wenngleich der DJH- Geschäftsführer die Küche als „klein, aber oho“ lobt. Das eigentliche Problem sieht er darin, dass die Herberge in unterschiedlichen Qualitäten angeboten werden muss. „Wer einmal in einem sanierten Zimmer nächtigte, will kaum mehr im unsanierten Westtrakt unterkommen“, so Kraft. Doch nicht immer gelänge es, Großgruppen geschlossen in einem Trakt unterzubringen. Nun liegt die Entscheidung in Weimar, ob weitergebaut werden kann. Denn das Geld dafür kann nur vom Land kommen. Für eine Fortsetzung der Bauarbeiten in diesem Jahr macht Kraft aber wenig Hoffnung. Die Baufirmen haben ihre Aufträge im Sack. „Wir könnten dann frühestens im Herbst beginnen“, so der DJH-Geschäftsführer. Er rechne erst 2017/2018 damit. Etwas anderes, als dass die Verwaltungsbehörde grünes Licht gibt, mag er sich hingegen gar nicht vorstellen. „Es wäre schade, wenn der jetzige Zustand über lange Zeit bleiben würde“.
Thomas Kunert vom Bauunternehmen Kunze pflastert im Innenhof. Foto: Willhelm Slodczyk
Bericht und Foto aus der „Thüringer Allgmeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom 23.04.2016
Heldrungen: 25 Jahre im Baugeschehen mitgemischt
Heldrunger Bauunternehmen Hansjörg Kunze blickt in diesem Jahr auf ein Vierteljahrhundert Betriebsgeschichte zurück
VON KERSTIN FISCHER
Heldrungen. Das Logo mit dem gemauerten U im Namen Kunze auf gelbem Untergrund ist unverkennbar und auf Baustellen im ganzen Land zu finden. Von München bis Hamburg sind die Kunze-Leute unterwegs, gebaut wird fast ausschließlich für den öffentlichen Bereich. Seit 1. April kann das Heldrunger Bauunternehmen mit seinen fünfzig Beschäftigten auf eine 25-jährige Geschichte zurückblicken. Dass der Betrieb einmal derart wachsen würde, ahnte Maurermeister Hansjörg Kunze wohl nicht, als er 1991 in Oberheldrungen mit seiner Unternehmen zur Schornsteinsanierung den Grundstein für das gleichnamige Bauunternehmen legte und mit zwei Kollegen an den Start ging. Damals boomte der Bau, zu mauern gab es reichlich. Alsbald kamen Dacharbeiten hinzu, und Hansjörg Kunze machte auch auf diesem Gebiet seinen Meister. Mitte der 1990-er Jahre zog das Unternehmen nach Heldrungen um, und wenn im Juni Mitarbeiter und Geschäftspartner zur gediegenen Jubiläumsfeier zusammenkommen, wird sicher auch an die Anfangsjahre erinnert werden. 1993 erfolgte die Umfirmierung und Sohn Silvio Kunze (41) übernahm die Geschäftsführung. Tochter Klaudia Daßler (38) stieg als Dachdeckermeisterin mit ein. Heute zählt das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern der Region Erster bedeutender bundesweiter Auftrag seien die Städtischen Bühnen in Frankfurt/M. gewesen, erinnert sich Silvio Kunze. „Damit sind wir praktisch ins Theater reingerutscht.“ Größtes Objekt seit Bestehen des Unternehmens sei das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg – nicht zu verwechseln mit der Elbphilharmonie – gewesen. An dem Millionenauftrag hatten die Heldrunger drei Jahre zu tun und erhöhten unter laufendem Theaterbetrieb den Bühnenturm. In der Heimat bot vor allem die Wasserburg
ein reiches Betätigungsfeld, zuletzt war die Bundesbank in München an der Tagesordnung, aktuell ist es das Neue Bauhaus-Museum in Weimar, wo die Heldrunger Rohbau, Dach- und Klempnerarbeiten ausführen sowie eine Photovoltaikanlage errichten. Aber auch an schwierige Zeiten erinnert sich Silvio Kunze. Zum Beispiel die Jahre 1989 bis 2004/05, in denen es zwar genug Arbeit gab, die Baupreise aber aufgrund der vielen Konkurrenz am Boden lagen. „Damals konnten wir die Zahl unserer Mitarbeiter nicht halten.“ In der Folge habe sich das Unternehmen auf Denkmalschutz spezialisiert und damit eine Nische gefunden, die mit Theatern, Burgen, Museen und öffentlichen Gebäuden reichlich Arbeit und Aufträge bietet. Um die Zukunft ist dem Firmenchef nicht bange: „Wir können uns zur Zeit über gute Aufträge und gute Zahlen freuen“, sagt Silvio Kunze. Und ein Nachfolger sei auch schon in Sicht: Sein Sohn mache nächstes Jahr Abi und wolle dann, wie der Vater, an der Bauhaus-Uni in Weimar studieren.
Silvio Kunze (Mitte) und sein Team haben allen Grund zum Feiern: 25 Jahre gibt es das Heldrunger Bauunternehmen seit dem 1. April. Foto: Wilhelm Slodcyk
Bericht aus der „Thüringer Allgemeine“ vom 19.03.2016
Besseres Klima und schönes Licht: Neues Museum gibt sich modern
Geschickt ausgeklügeltes System verringert Temperatur deutlich. Nach Übergabe Vorbereitung auf Ernestiner-Schau
VON SUSANNE SEIDE
Weimar. Dass erneuerbare Energie, Energiesparen und Denkmalschutz zusammenpassen, beweist seit gestern das immerhin 147 Jahre alte Neue Museum in Weimar. Seit Beginn des Jahres wurde es unter Federführung von Markus Sabel vom Büro „Kummer.Lubk.Partner Architekten“ so umgerüstet, dass nun auch wieder temperaturempfindliche Stücke im Sommer präsentiert werden können. Für den Abschluss des energiebewussten Umbaus gebe kaum einen besseren Tag als den gestrigen, betonte zur Übergabe des Gebäudes Thüringens Umweltministerin Anke Siegesmund und erinnerte an den fünften Jahrestag der Katastrophe von Fukushima. Sie freute sich sichtlich, dass das alte Gemäuer eine Vorbildfunktion für die mehr als 30 000 Kulturdenkmale in Thüringen haben könne. Das 1869 als einer der ersten deutschen Museumsbauten eröffnete Gebäude nach dem Entwurf des tschechischen Baumeister Josef Zítek war nach dem drohenden Verfall vor dem Kulturstadtjahr 1999 wiederaufgebaut worden. Und zwar im möglichst authentischen Stil, zu dem die großen Fenster zu allen Seiten gehören. Durch sie drang trotz Folien am Glas so viel Wärme in die Ausstellungsräume, dass es im Sommer für empfindliche Ausstellungsstücke zu heiß und zu feucht wurde. Zusätzlich heizten die bisherigen Halogenstrahler die Räume auf. Mithilfe von rund einer Million Euro vom Bund konnten die Probleme behoben werden: Die Raumluft wird jetzt über Auslässe in den Decken abgesaugt, in dem nicht ausgebauten Dachgeschoss abgekühlt und über weitere Auslässe zurückgeführt. Der Clou daran: Im Rahmen der sogenannten energetischen Sanierung wurden auf dem Dach über
dem Oberlichtsaal von unten vollkommen unsichtbar neue Glaselemente mit Fotovoltaik installiert. Sie liefern exakt die notwendige Energiemenge für die Zirkulation, mit dem zugleich die Luftfeuchtigkeit etwa reduziert wird. Zusätzlich wurde durch einen kleineren Eingriff ins System die in allen Ausstellungsräumen vorhandene Fußbodenheizung so umgerüstet, dass durch sie im Sommer kaltes Wasser zur weiteren Abkühlung fließt. Schließlich wurde der von der Hitzeeinwirkung am meisten betroffene Südflügel durch zwei große Glastüren von den anderen Ausstellungsräumen abgeschottet, um sie von dort nicht zusätzlich aufzuheizen. Nicht zuletzt sorgt ein zusätzlicher Blendschutz dafür, dass weniger Wärme durch die Fenster eindringen kann. Während all dies den Besuchern kaum auffällt, weil alles möglichst dezent installiert wurde, verhält es sich beim Licht ganz anders. Die neue LED- Beleuchtung verströmt einen Effekt, als
handele es sich um normales Tageslicht an einem schönen sonnigen Tag im Süden. Die Technik selbst entwickelt keine Wärme und läuft überdies so, dass in den Ausstellungsräumen – unabhängig von der Helligkeit draußen – stets der gleiche Lichteffekt erzielt werden kann. Als erste Ausstellungsstücke werden von dem Umbau jene der Landesausstellung zu den Ernestinern profitieren, die ab dem 24. April im Neuen Museum präsentiert werden. Im kommenden Jahr sind dort zwei Präsentationen geplant, darunter eine zu dem Bauhaus-Bildhauer Gerhard Marcks, dessen Schüler die Ideen der Kunstschule über die Niederlande bis in die USA transportiert haben. Perspektivisch könnten im Neuen Museum Werke von Henry van Velde sowie aus der Weimarer Malerschule einen dauerhaften Platz finden.
Über dem Oberlicht befindet sich eine verglaste Dach-Stahlkonstruktion, auf die zum Teil Fotovoltaik- Elemente installiert wurden. Foto: Hannsjörg Schuhmann
Bericht und Fotos aus „Thüringer Zeitung“ vom 12.03.2016
Gutes Klima im Neuen Museum Weimar
Sanierung ist abgeschlossen - Aufbau der „Ernestiner“Schau und Überlegungen zu neuer Dauerausstellung beginnen
VON LISA BERINS
Weimar. Es war wohl eine ziemlich knappe Sache: Kurz, aber noch rechtzeitug vor der Eröffnung der Ernestiner-Landesausstellung im Neuen Museum Weimar ist gestern die Sanierung des Gebäudes abgeschlossen worden. „Ein bisschen flattert mein Herz noch“, sagt Hellmut Seemann, vor dem Rundgang durch das Museum. „Wenn es nicht funktionierte, wäre das größte Ausstellungsprojekt Thüringens in diesem Jahr gefährdet.“ Ist es aber nicht: Die energetische und raumklimatische Sanierung ist geglückt, Architekt Markus Sabel steht im lichtdurchfluteten Oberlichtsaal in der ersten Etage und sieht zufrieden aus. Während der Erfurter die Baumaßnahmen en détail erklärt, schauen seine Zuhörer in die Höhe, in Richtung Glasdecke. Unter ihnen ist auch die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Sie ist nach Weimar gekommen, um sich das Ergebnis der Arbeiten anzuschauen. Dass sich das Museum „im zarten Alter von 147 Jahren entscheidet, noch mal neue Wege zu gehen“, das sehe die Ministerin gern. Seit 2014 wurde das Gebäude auf den neuesten Stand gebracht: Rund eine Million Euro gab der Bund für die Stabilisierung des Klimas im Museum aus und investierte noch einmal rund 60 000 für einen neuen Blendschutz vor den Fenstern. Weitere 60 000 Euro gab die Klassik-Stiftung hinzu. Das Museum, das 1869 eröffnet wurde, verfiel ab 1952 und wurde in den 1990ern bis zum Kulturstadtjahr 1999 saniert. 2014 waren diverse Neuerungen nötig geworden. „Ohne diese Sanierung wäre die Landesausstellung nicht denkbar gewesen“, sagt Ulrike Bestgen, Leiterin des Neuen Museums. In den Sommermonaten herrschte, bedingt durch die großen Fenster und eine veralterte Lichtanlage, die viel Wärme abgegeben habe, eine ziemliche Hitze in der oberen Etage - was nicht nur für die Besucher unangenehm, sondern auch für die ausgestellte Kunst bedenklich gewesen sei. Keine guten Voraussetzungen, um bei internationalen Leihgebern für sich zu werben.
„Für die Kunstwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die wir für die Landesausstellung ausleihen, gibt es ja scharfe Bedingungen und klare Vorgaben, was das Klima und die Luftfeuchtigkeit angeht“, sagt Bestgen. Unter den Leihgaben für die Ernestiner-Ausstellung, die am 24. April eröffnet wird, seien „herrliche Preziosen“ aus Wien, Madrid, sogar historische Rüstungen aus New York. Mehr wollte Bestgen noch nicht verraten. Das Museum jedenfalls könne bei den Leihgaben nun mit den guten Bedingungen punkten. „Das Haus ist zwar nicht vollklimatisiert, aber klimatisch wesentlich stabilisiert.“ In der Zwischenzeit ist Architekt Sabel mit Gefolge - Seemann, Siegesmund, Johann Philipp Jung, der Direktor Schlösse, Gärten und Bauten der Klassik-Stiftung - unters Dach geklettert. Von einem Zwischenraum aus kann man von oben auf die Oberlichter schauen. Über den milchigen Fenstern sind schwebende Lichtleisten angebracht - je nach Tageslicht geben sie mehr oder weniger Licht in den Ausstellungsraum ab. Das Glasdach des Gebäudes, das sich jetzt direkt über dem Kopf des Architekten befindet, ist mit einer Photovoltaik-Anlage versehen. Deren Gesamtleistung von 10 Kilowatt Peak werde komplett „in die Kühlung gesteckt“, wie Sabel sagt. Der Architekt klopft auf ein silbernes Gerät, „das hier ist die Umluftkühlanlage“. Warme Luft werde den Räumen entzogen, aus der Kuppel „rausgepustet“, und kühle Luft in den Sommermonaten dafür in die Räume geleitet. Auch die vorhandene Fußbodenheizung könne im Sommer zur Kühlung genutzt werden. Außergewöhnlich sei diese Technik nicht, sagt der Architekt. Die Herausforderung im Neuen Museum bestand darin, den Denkmalschutz zu berücksichtigen. „Bei einem Baudenkmal ist es Kunst, dass man eben diese Maßnahmen nicht sieht“, sagt Sabel. Und in der Tat: In den Ausstellungsräumen findet der Besucher so gut wie keine Spuren von den Neuerungen. Neben der Raumklimatisierung wurde eine neue LED- Lichttechnik mit warmweißem Licht installiert, außerdem im Südflügel Glastüren eingebaut. Sie sollen verhindern, dass die stark durch die Sonne aufgeheizte Luft in die
angrenzenden Räume gelangt. Die Tür zum Treppenhaus stehe zur Abkühlung offen. Im Südflügel solle in Zukunft weniger empfindliche Kunst gezeigt werden - zum Beispiel Bronze- oder Marmor-Skulpturen, wie Ulrike Bestgen sagt. Die Direktorin ist zufrieden mit den neuen Bedingungen im Museum: „Es ist ein Quantensprung“, sagt sie. Er eröffnet auch neue kuratorische Perspektiven: So werde derzeit überlegt, ob es - zum ersten Mal seit 2005 - wieder eine Dauerausstellung geben soll. Thematisch könnte sie sich mit der Vorgeschichte und der künstlerischen Vorbereitung des Bauhauses in der Zeit von 1860 bis etwa 1918 beschäftigen, sagt Bestgen. „Das umfasst zum Beispiel die Geschichte von Harry Graf Kessler oder Henry van de Velde.“ Die etwa 300 zeitgenössische Werke aus der Sammlung Paul Maenz, die im Depot lagern, werden jedoch nicht Teil der Dauerausstellung, so Bestgen. Zunächst stünden ohnehin erst einmal einige Wechselausstellungen an: Nach den Ernestinern widme man sich 2017 dem Begründer der Kunstgeschichte, Johann Winkelmann, und danach dem Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks und seinen Verbindungen zum Bauhaus in den USA. Das verbesserte Klima sorgt so auch dafür, dass ein frischer Wind durchs Neue Museum fegt.
Bauingenieur Silvio Kunze realisierte die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Museums- gebäudes.
Bericht und Foto aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe Kyffhäuser Allgemeine vom 25.01.2016
Berufsmesse: Gute Angebote, leider wieder nur mäßige Beteiligung
JAP-Börse in Bottendorf mit verhaltenem Zuspruch. Teilnehmer schieben es auf`s Wetter. Aber auch zufriedene Gesichter.
VON KERSTIN FISCHER
Bottendorf. Konrad Leißing ist mit seinen Eltern beim Wärmflaschenhersteller Fashy GmbH aus Wiehe stehengeblieben. Betriebsleiter Peter Grimm erklärt dem 14-Jährigen alles über den Beruf des Verfahrensmechanikers Kunststoff/Kautschuk. Davon sucht der Betrieb jetzt wieder einen Lehrling, Konrad zeigt sich interessiert. Der Schüler aus Zeisdorf im benachbarten Sachsen-Anhalt gehörte auch er in diesem Jahr wieder zu den Besuchern der JAP-Börse am Samstag in der Bottendorfer Mehrzweckhalle. Zwanzig Unternehmer hatten hier Informationsstände bezogen und waren nicht nur mit bunten Handzetteln und Hochglanz-Flyern gekommen, sondern hatten wieder ganz konkrete Angebote dabei. Diese richteten sich in erster Linie an Schulabgänger, denn gute Auszubildende in Zeiten des durchschlagenden Geburtenknicks werden händeringend gesucht. Doch auch Praktikumsplätze hatte der eine oder andere Betrieb anzubieten. Zum vierten Mal fand in Bottendorf die JAP-Börse statt. JAP steht für Job, Ausbildung, Praktikum. Was zeigen soll, dass es um weit mehr als eine Berufsmesse für Schulabgänger geht. Hier, so das Anliegen der Organisatoren, kann sich auch direkt an Unternehmer wenden, wer etwa als Pendler wieder einen Job in der Heimat sucht oder bei einem Praktikum den Beruf und den Betrieb kennenlernen will. Dass der große Andrang am Samstag ausblieb, enttäuschte viele Firmenvertreter. Doch auch von den 25 angemeldeten Unternehmen waren fünf Plätze leer geblieben. Drei hatten sich ab-, einer krank gemeldet, und zwei waren nicht erschienen. Die anderen Firmenvertreter schoben’s aufs Wetter. Bei glatten Straßen bleiben viele wohl besser zu Hause, war allenthalben zu hören. Heiko Lange, der Geschäftsführer des Industriedienstleisters ICS aus Roßleben,
vermochten dem spärlichen Besuch eine positive Seite abzugewinnen: „Hier kommen die Interessierten“, ist Lange überzeugt. Besser als Massen, die sich bloß durchwälzen und gar kein wirkliches Interesse haben. ICS ist von Anfang an bei der Börse dabei. Und bisher jedes Mal habe er einen Mitarbeiter oder einen Lehrling gewinnen können, berichtet der Firmenchef. Gute Gelegenheit für Schulabgänger Am Stand des Roßlebener Betriebes, in dem Konstrukteure und Roboter- Programmierer die Kundenwünsche umsetzen, erklären ein Azubi und ein Mitarbeiter Interessierten ihre Arbeit. Benjamin Freitag (24), der zunächst anderthalb Jahre studierte, sich dann aber für die Berufsausbildung bei ICS entschied, hat jetzt die letzte Prüfung erfolgeich bestanden und darf sich auf eine Festanstellung freuen. Damit symbolisiere der junge Mann genau das Anliegen der JAP-Börse, findet Heiko Lange und spricht von einem „Systemfehler“, dass junge Leute bis zum Abschluss der Schule kaum Kontakt zu Betrieben haben. Die Folge seien abgebrochene Berufsausbildungen, weil erst später festgestellt werde, dass Vorstellungen mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen. Ärgerlich für die Betriebe, die bis dahin schon viel Zeit und Energie in den Berufsanfänger investiert haben. Bei ICS laufe das anders, verweist Lange auf enge Kontakte zur Klosterschule. Auch Pflegedienste, Lebensmittelbetriebe, Krankenkassen, die Bundeswehr, das VHS-Bildungswerk und das Bildungswerk Hessen-Thüringen sind dabei. Kyffhäusersparkasse und Nordthüringer Volksbank werben um angehende Bankkaufleute, die Markusgemeinschaft Hauteroda sucht Tischler, Koch und einen Milchtechnologen. Gleich zwanzig Lehlinge, vor allem in den Bereichen Mechantronik, Lagerlogistik und Industrieelektrik, hätten bei Wago in Sondershausen Chancen - sehr gute
schulische Leistungen in Naturwissenschaften vorausgestzt, wie Ausbilder Achim Kulbe berichtet. Und bei Fahrzeugzuliefer Tower Automotive warten sieben Lehrstellen auf angehende Werkzeugmechaniker, Mechatroniker und Elektroniker - sogar zwei Jobs als Elektroniker und Werkzeugmechaniker wären zu besetzen. Das Bauunternehmen Kunze in Heldrungen ist als Ausbildungsbetrieb für Dachdecker, Zimmerer, Hochbauer, Stahlbetonbauer und Bürokräfte dabei. „Bei uns ist der Fachkräftemangel schon voll angekommen“, sagt Dachdeckermeisterin Klaudia Daßler. Wer die Ausbildung erfolgreich absolviert, habe beste Aussichten auf einen Job. Insgesamt seien im Vorfeld wieder weit über Hundert Ausbildungsbetriebe angeschrieben worden, berichtet Susanne Kammlodt vom Mehrgenerationenhaus, bei der die Fäden für die JAP-Börse zusammenlaufen. Auch die Stadtverwaltung Roßleben, das VHS- Bildungswerk, WBZ Roßleben, die Jugendberufshilfe Thüringen sowie Agentur für Arbeit und Jobcenter gehören zu den Organisatoren.
Beliebt ist, wo man etwas ausprobieren kann. Bei der Baufirma Kunze konnte aus Schiefer ein Herz geklopft werden. Hier zeigt sich, wer sich für das Handwerk eignet. Foto: Kerstin Fischer
Grundstein für Weimarer Neues Bauhaus-Museum gelegt
Darüber wurde berichtet in der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe vom 28.10.2016 und im MDR
In drei Jahren wird das 100. Bauhaus-Jubiläum gefeiert. Dann soll auch das Museum in Weimar stehen.
Bericht und Foto „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe Weimarer Allgemeine vom 13.12.2016
PRESSEARTIKEL - 2016
PRESSEARTIKEL - 2016
Bericht und Foto „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe Weimarer Allgemeine vom 13.12.2016
Bericht und Foto aus der „Weimarer Allgemeine“ / Ausgabe vom 07.12.2016
Arbeiten am höchsten Punkt des Kasseturms vor Abschluss
Mitarbeiter der Heldrunger Firma Kunzebau sind seit Wochen damit beschäftigt, das Dach des Kasseturms auf dem Goetheplatz neu zu decken. Heute, so hoffen sie, können sie die Arbeiten endlich abschließen, die auch gestern bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt unermüdlich weiter gingen. Zuvor hatte die Firma auch den Dachstuhl des um das Jahr 1500 errichteten Wehrturms erneuert.
Grundstein für Weimarer Neues Bauhaus-Museum gelegt
Darüber wurde berichtet in der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe vom 28.10.2016 und im MDR
In drei Jahren wird das 100. Bauhaus-Jubiläum gefeiert. Dann soll auch das Museum in Weimar stehen.
Bericht und Foto aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe Kyffhäuser Allgemeine vom 27.04.2016
Zahl der Herbergsgäste der Wasserburg stieg um ein Drittel
Mehr als 17.000 Übernachtungen seit dem Vorjahr. Entscheidung in Weimar zur Weitersanierung steht noch aus.
Das Gerüst am Südflügel ist gefallen, die Fassade im Innenhof fertig. Jetzt werden noch ein paar Restarbeiten erledigt.
H eldrungen.     Gestern     Mittag     auf     der Wasserburg   in   Heldrungen:   Während   die Betreiberfamilie       Straßburg       bei       der Ausgabe   des   Mittagsessens   für   die   Gäste der       Jugendherberge       schwitzt,       sind draußen   vor   der   Burgtür   die   Männer   vom Bauunternehmen    Kunze    ebenfalls    nicht untätig. Die   Bauleute   haben   im   Innenhof   im   Boden gewühlt.      An      der      Außentreppe      zum Südflügel     sind     nach     dem     Malern     der Hoffassade       -       das       Baugerüst       ist inzwischen       verschwunden       -       noch Restarbeiten    zu    erledigen.    Und    in    der Ecke   zwischen   Süd-   und   Westflügel   setzt Thomas       Kunert       die       ausgehobenen Pflastersteine   wieder   ein.   Im   Boden   war der Blitzschutz verlegt worden. Danach   dürfte   es   baumäßig   wieder   ruhig werden auf dem Burggelände. 180     000     Euro     hatte     der     Thüringer Denkmalschutz      im      vorigen      Jahr      im Rahmen    der    Sanierung    der    historischen Burganlage         für         Fassaden-         und Fensterarbeiten    bereit    gestellt    -    80    000 davon           stammten           aus           dem Bundesprogramm,   das   den   Ländern   beim Erhalt    besonderer    Baudenkmäler    unter die Ärme greift. Die     sehnlichst     erwartete     Entscheidung des   Landesverwaltungsamtes   in   Weimar hinsichtlich         des         dringend         noch sanierungsbedürftigen     Westflügels     und dessen     Finanzierung     steht     aber     noch immer aus. „Nichts    Neues“,    sagt    Peter    Kraft    vom Thüringer   Landesverband   des   Deutschen Jugendherbergswerk    (DJH)    gestern    auf Nachfrage    unserer    Zeitung.    Damit    liegt der    Umbau    von    Herbergszimmern    und Küche   weiter   auf   Eis.   Auf   drei   Millionen Euro belaufen sich die voraussichtlichen
Kosten für den letzten Bauabschnitt einschließlich Außenfassaden und Freianlage. Bei der 2011 begonnenen millionenschweren Burgsanierung waren im Südflügel die Kosten aus dem Ruder gelaufen - knapp zwei Millionen mehr gegenüber der ursprünglichen Planung von gut fünf Millionen Euro. Die Folge: Nach dem Südflügel war der komplette Sanierungstopf leer. Und woher nehmen, wenn nicht stehlen? Dass die Sanierung des Westflügels aber dringend notwendig ist, lässt sich allein an den Übernachtungsmöglichkeiten ablesen. Die beliefen sich im abgelaufenen Jahr bis Stichtag 31. März auf 17 300. Eine Steigerung um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Peter Kraft der Statistik seines Hauses entnimmt. Tendenz steigend. Gäste bis aus Schleswig-Holstein 22 Prozent der Übernachtungen entfallen auf Klassenfahrten, 35 Prozent auf Familienurlaube, den Rest machen Wandergruppen und Lehrgänge aus. „Die Wasserburg ist eines unserer Filetstücke. Das spricht sich natürlich rum“, freut sich Kraft über den Zuspruch. Zur Hälfte kommt die Gästeschar aus Thüringen, ein Viertel sind Sachsen- Anhaltiner. 15 Prozent stammen aus Schleswig-Holstein und der Rest der Herbergsgäste verteilt sich auf die Herkünfte Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg. Für dieses Jahr geht das DJH sogar von 18 000 Übernachtungen aus. Doch viele Gäste bedeutet aber auch viel Aufwand. Die Küche im Westfkügel ist dem Anstieg der Bettenzahl auf 140 nach
Nord- und Südflügelsanierung kaum noch gewachsen. Wenngleich der DJH- Geschäftsführer die Küche als „klein, aber oho“ lobt. Das eigentliche Problem sieht er darin, dass die Herberge in unterschiedlichen Qualitäten angeboten werden muss. „Wer einmal in einem sanierten Zimmer nächtigte, will kaum mehr im unsanierten Westtrakt unterkommen“, so Kraft. Doch nicht immer gelänge es, Großgruppen geschlossen in einem Trakt unterzubringen. Nun liegt die Entscheidung in Weimar, ob weitergebaut werden kann. Denn das Geld dafür kann nur vom Land kommen. Für eine Fortsetzung der Bauarbeiten in diesem Jahr macht Kraft aber wenig Hoffnung. Die Baufirmen haben ihre Aufträge im Sack. „Wir könnten dann frühestens im Herbst beginnen“, so der DJH-Geschäftsführer. Er rechne erst 2017/2018 damit. Etwas anderes, als dass die Verwaltungsbehörde grünes Licht gibt, mag er sich hingegen gar nicht vorstellen. „Es wäre schade, wenn der jetzige Zustand über lange Zeit bleiben würde“.
Thomas Kunert vom Bauunternehmen Kunze pflastert im Innenhof. Foto: Willhelm Slodczyk
Bericht und Foto aus der „Thüringer Allgmeine“ / Ausgabe: Kyffhäuser Allgemeine vom 23.04.2016
Heldrungen: 25 Jahre im Baugeschehen mitgemischt
Heldrunger Bauunternehmen Hansjörg Kunze blickt in diesem Jahr auf ein Vierteljahrhundert Betriebsgeschichte zurück
VON KERSTIN FISCHER
Heldrungen .   Das   Logo   mit   dem   gemauerten   U   im   Namen Kunze   auf   gelbem   Untergrund   ist   unverkennbar   und   auf Baustellen   im   ganzen   Land   zu   finden.   Von   München   bis Hamburg    sind    die    Kunze-Leute    unterwegs,    gebaut    wird fast    ausschließlich    für    den    öffentlichen    Bereich.    Seit    1. April    kann    das    Heldrunger    Bauunternehmen    mit    seinen fünfzig     Beschäftigten     auf     eine     25-jährige     Geschichte zurückblicken. Dass    der    Betrieb    einmal    derart    wachsen    würde,    ahnte Maurermeister   Hansjörg   Kunze   wohl   nicht,   als   er   1991   in Oberheldrungen        mit        seiner        Unternehmen        zur Schornsteinsanierung        den        Grundstein        für        das gleichnamige     Bauunternehmen     legte     und     mit     zwei Kollegen   an   den   Start   ging.   Damals   boomte   der   Bau,   zu mauern    gab    es    reichlich.    Alsbald    kamen    Dacharbeiten hinzu,    und    Hansjörg    Kunze    machte    auch    auf    diesem Gebiet   seinen   Meister.   Mitte   der   1990-er   Jahre   zog   das Unternehmen    nach    Heldrungen    um,    und    wenn    im    Juni Mitarbeiter      und      Geschäftspartner      zur      gediegenen Jubiläumsfeier    zusammenkommen,    wird    sicher    auch    an die    Anfangsjahre     erinnert     werden.     1993     erfolgte     die Umfirmierung   und   Sohn   Silvio   Kunze   (41)   übernahm   die Geschäftsführung.   Tochter   Klaudia   Daßler   (38)   stieg   als Dachdeckermeisterin       mit       ein.       Heute       zählt       das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern der Region Erster     bedeutender     bundesweiter     Auftrag     seien     die Städtischen   Bühnen   in   Frankfurt/M.   gewesen,   erinnert   sich Silvio     Kunze.     „Damit     sind     wir     praktisch     ins    Theater reingerutscht.“ Größtes   Objekt   seit   Bestehen   des   Unternehmens   sei   das Deutsche     Schauspielhaus     in     Hamburg     –     nicht     zu verwechseln   mit   der   Elbphilharmonie   –   gewesen.   An   dem Millionenauftrag   hatten   die   Heldrunger   drei   Jahre   zu   tun und     erhöhten     unter     laufendem     Theaterbetrieb     den Bühnenturm. In der Heimat bot vor allem die Wasserburg
ein   reiches   Betätigungsfeld,   zuletzt   war   die   Bundesbank   in München   an   der   Tagesordnung,   aktuell   ist   es   das   Neue Bauhaus-Museum   in   Weimar,   wo   die   Heldrunger   Rohbau, D ach-     und     Klempnerarbeiten     ausführen     sowie     eine Photovoltaikanlage errichten. Aber   auch   an   schwierige   Zeiten   erinnert   sich   Silvio   Kunze. Zum   Beispiel   die   Jahre   1989   bis   2004/05,   in   denen   es zwar   genug   Arbeit   gab,   die   Baupreise   aber   aufgrund   der vielen   Konkurrenz   am   Boden   lagen.   „Damals   konnten   wir die Zahl unserer Mitarbeiter nicht halten.“ In      der      Folge      habe      sich      das      Unternehmen      auf Denkmalschutz     spezialisiert     und     damit     eine     Nische gefunden,     die     mit     Theatern,     Burgen,     Museen     und öffentlichen   Gebäuden   reichlich   Arbeit   und   Aufträge   bietet. Um    die    Zukunft    ist    dem    Firmenchef    nicht    bange:    „Wir können   uns   zur   Zeit   über   gute   Aufträge   und   gute   Zahlen freuen“,   sagt   Silvio   Kunze.   Und   ein   Nachfolger   sei   auch schon   in   Sicht:   Sein   Sohn   mache   nächstes   Jahr   Abi   und wolle   dann,   wie   der   Vater,   an   der   Bauhaus-Uni   in   Weimar studieren.
Silvio Kunze (Mitte) und sein Team haben allen Grund zum Feiern: 25 Jahre gibt es das Heldrunger Bauunternehmen seit dem 1. April. Foto: Wilhelm Slodcyk
Bericht aus der „Thüringer Allgemeine“ vom 19.03.2016
Besseres Klima und schönes Licht: Neues Museum gibt sich modern
Geschickt ausgeklügeltes System verringert Temperatur deutlich. Nach Übergabe Vorbereitung auf Ernestiner-Schau
VON SUSANNE SEIDE
Weimar. Dass erneuerbare Energie, Energiesparen und Denkmalschutz zusammenpassen, beweist seit gestern das immerhin 147 Jahre alte Neue Museum in Weimar. Seit Beginn des Jahres wurde es unter Federführung von Markus Sabel vom Büro „Kummer.Lubk.Partner Architekten“ so umgerüstet, dass nun auch wieder temperaturempfindliche Stücke im Sommer präsentiert werden können. Für den Abschluss des energiebewussten Umbaus gebe kaum einen besseren Tag als den gestrigen, betonte zur Übergabe des Gebäudes Thüringens Umweltministerin Anke Siegesmund und erinnerte an den fünften Jahrestag der Katastrophe von Fukushima. Sie freute sich sichtlich, dass das alte Gemäuer eine Vorbildfunktion für die mehr als 30 000 Kulturdenkmale in Thüringen haben könne. Das 1869 als einer der ersten deutschen Museumsbauten eröffnete Gebäude nach dem Entwurf des tschechischen Baumeister Josef Zítek war nach dem drohenden Verfall vor dem Kulturstadtjahr 1999 wiederaufgebaut worden. Und zwar im möglichst authentischen Stil, zu dem die großen Fenster zu allen Seiten gehören. Durch sie drang trotz Folien am Glas so viel Wärme in die Ausstellungsräume, dass es im Sommer für empfindliche Ausstellungsstücke zu heiß und zu feucht wurde. Zusätzlich heizten die bisherigen Halogenstrahler die Räume auf. Mithilfe von rund einer Million Euro vom Bund konnten die Probleme behoben werden: Die Raumluft wird jetzt über Auslässe in den Decken abgesaugt, in dem nicht ausgebauten Dachgeschoss abgekühlt und über weitere Auslässe zurückgeführt. Der Clou daran: Im Rahmen der sogenannten energetischen Sanierung wurden auf dem Dach über
dem Oberlichtsaal von unten vollkommen unsichtbar neue Glaselemente mit Fotovoltaik installiert. Sie liefern exakt die notwendige Energiemenge für die Zirkulation, mit dem zugleich die Luftfeuchtigkeit etwa reduziert wird. Zusätzlich wurde durch einen kleineren Eingriff ins System die in allen Ausstellungsräumen vorhandene Fußbodenheizung so umgerüstet, dass durch sie im Sommer kaltes Wasser zur weiteren Abkühlung fließt. Schließlich wurde der von der Hitzeeinwirkung am meisten betroffene Südflügel durch zwei große Glastüren von den anderen Ausstellungsräumen abgeschottet, um sie von dort nicht zusätzlich aufzuheizen. Nicht zuletzt sorgt ein zusätzlicher Blendschutz dafür, dass weniger Wärme durch die Fenster eindringen kann. Während all dies den Besuchern kaum auffällt, weil alles möglichst dezent installiert wurde, verhält es sich beim Licht ganz anders. Die neue LED- Beleuchtung verströmt einen Effekt, als
handele es sich um normales Tageslicht an einem schönen sonnigen Tag im Süden. Die Technik selbst entwickelt keine Wärme und läuft überdies so, dass in den Ausstellungsräumen – unabhängig von der Helligkeit draußen – stets der gleiche Lichteffekt erzielt werden kann. Als erste Ausstellungsstücke werden von dem Umbau jene der Landesausstellung zu den Ernestinern profitieren, die ab dem 24. April im Neuen Museum präsentiert werden. Im kommenden Jahr sind dort zwei Präsentationen geplant, darunter eine zu dem Bauhaus-Bildhauer Gerhard Marcks, dessen Schüler die Ideen der Kunstschule über die Niederlande bis in die USA transportiert haben. Perspektivisch könnten im Neuen Museum Werke von Henry van Velde sowie aus der Weimarer Malerschule einen dauerhaften Platz finden.
Über dem Oberlicht befindet sich eine verglaste Dach-Stahlkonstruktion, auf die zum Teil Fotovoltaik- Elemente installiert wurden. Foto: Hannsjörg Schuhmann
Bericht und Fotos aus „Thüringer Zeitung“ vom 12.03.2016
Gutes Klima im Neuen Museum Weimar
Sanierung ist abgeschlossen - Aufbau der „Ernestiner“Schau und Überlegungen zu neuer Dauerausstellung beginnen
VON LISA BERINS
Weimar. Es war wohl eine ziemlich knappe Sache: Kurz, aber noch rechtzeitug vor der Eröffnung der Ernestiner-Landesausstellung im Neuen Museum Weimar ist gestern die Sanierung des Gebäudes abgeschlossen worden. „Ein bisschen flattert mein Herz noch“, sagt Hellmut Seemann, vor dem Rundgang durch das Museum. „Wenn es nicht funktionierte, wäre das größte Ausstellungsprojekt Thüringens in diesem Jahr gefährdet.“ Ist es aber nicht: Die energetische und raumklimatische Sanierung ist geglückt, Architekt Markus Sabel steht im lichtdurchfluteten Oberlichtsaal in der ersten Etage und sieht zufrieden aus. Während der Erfurter die Baumaßnahmen en détail erklärt, schauen seine Zuhörer in die Höhe, in Richtung Glasdecke. Unter ihnen ist auch die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Sie ist nach Weimar gekommen, um sich das Ergebnis der Arbeiten anzuschauen. Dass sich das Museum „im zarten Alter von 147 Jahren entscheidet, noch mal neue Wege zu gehen“, das sehe die Ministerin gern. Seit 2014 wurde das Gebäude auf den neuesten Stand gebracht: Rund eine Million Euro gab der Bund für die Stabilisierung des Klimas im Museum aus und investierte noch einmal rund 60 000 für einen neuen Blendschutz vor den Fenstern. Weitere 60 000 Euro gab die Klassik-Stiftung hinzu. Das Museum, das 1869 eröffnet wurde, verfiel ab 1952 und wurde in den 1990ern bis zum Kulturstadtjahr 1999 saniert. 2014 waren diverse Neuerungen nötig geworden. „Ohne diese Sanierung wäre die Landesausstellung nicht denkbar gewesen“, sagt Ulrike Bestgen, Leiterin des Neuen Museums. In den Sommermonaten herrschte, bedingt durch die großen Fenster und eine veralterte Lichtanlage, die viel Wärme abgegeben habe, eine ziemliche Hitze in der oberen Etage - was nicht nur für die Besucher unangenehm, sondern auch für die ausgestellte Kunst bedenklich gewesen sei. Keine guten Voraussetzungen, um bei internationalen Leihgebern für sich zu werben.
„Für die Kunstwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die wir für die Landesausstellung ausleihen, gibt es ja scharfe Bedingungen und klare Vorgaben, was das Klima und die Luftfeuchtigkeit angeht“, sagt Bestgen. Unter den Leihgaben für die Ernestiner-Ausstellung, die am 24. April eröffnet wird, seien „herrliche Preziosen“ aus Wien, Madrid, sogar historische Rüstungen aus New York. Mehr wollte Bestgen noch nicht verraten. Das Museum jedenfalls könne bei den Leihgaben nun mit den guten Bedingungen punkten. „Das Haus ist zwar nicht vollklimatisiert, aber klimatisch wesentlich stabilisiert.“ In der Zwischenzeit ist Architekt Sabel mit Gefolge - Seemann, Siegesmund, Johann Philipp Jung, der Direktor Schlösse, Gärten und Bauten der Klassik-Stiftung - unters Dach geklettert. Von einem Zwischenraum aus kann man von oben auf die Oberlichter schauen. Über den milchigen Fenstern sind schwebende Lichtleisten angebracht - je nach Tageslicht geben sie mehr oder weniger Licht in den Ausstellungsraum ab. Das Glasdach des Gebäudes, das sich jetzt direkt über dem Kopf des Architekten befindet, ist mit einer Photovoltaik-Anlage versehen. Deren Gesamtleistung von 10 Kilowatt Peak werde komplett „in die Kühlung gesteckt“, wie Sabel sagt. Der Architekt klopft auf ein silbernes Gerät, „das hier ist die Umluftkühlanlage“. Warme Luft werde den Räumen entzogen, aus der Kuppel „rausgepustet“, und kühle Luft in den Sommermonaten dafür in die Räume geleitet. Auch die vorhandene Fußbodenheizung könne im Sommer zur Kühlung genutzt werden. Außergewöhnlich sei diese Technik nicht, sagt der Architekt. Die Herausforderung im Neuen Museum bestand darin, den Denkmalschutz zu berücksichtigen. „Bei einem Baudenkmal ist es Kunst, dass man eben diese Maßnahmen nicht sieht“, sagt Sabel. Und in der Tat: In den Ausstellungsräumen findet der Besucher so gut wie keine Spuren von den Neuerungen. Neben der Raumklimatisierung wurde eine neue LED- Lichttechnik mit warmweißem Licht installiert, außerdem im Südflügel Glastüren eingebaut. Sie sollen verhindern, dass die stark durch die Sonne aufgeheizte Luft in die
angrenzenden Räume gelangt. Die Tür zum Treppenhaus stehe zur Abkühlung offen. Im Südflügel solle in Zukunft weniger empfindliche Kunst gezeigt werden - zum Beispiel Bronze- oder Marmor-Skulpturen, wie Ulrike Bestgen sagt, Die Direktorin ist zufrieden mit den neuen Bedingungen im Museum: „Es ist ein Quantensprung“, sagt sie. Er eröffnet auch neue kuratorische Perspektiven: So werde derzeit überlegt, ob es - zum ersten Mal seit 2005 - wieder eine Dauerausstellung geben soll. Thematisch könnte sie sich mit der Vorgeschichte und der künstlerischen Vorbereitung des Bauhauses in der Zeit von 1860 bis etwa 1918 beschäftigen, sagt Bestgen. „Das umfasst zum Beispiel die Geschichte von Harry Graf Kessler oder Henry van de Velde.“ Die etwa 300 zeitgenössische Werke aus der Sammlung Paul Maenz, die im Depot lagern, werden jedoch nicht Teil der Dauerausstellung, so Bestgen. Zunächst stünden ohnehin erst einmal einige Wechselausstellungen an: Nach den Ernestinern widme man sich 2017 dem Begründer der Kunstgeschichte, Johann Winkelmann, und danach dem Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks und seinen Verbindungen zum Bauhaus in den USA. Das verbesserte Klima sorgt so auch dafür, dass ein frischer Wind durchs Neue Museum fegt.
Bauingenieur Silvio Kunze realisierte die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Museums- gebäudes.
Bericht und Foto aus der „Thüringer Allgemeine“ / Ausgabe Kyffhäuser Allgemeine vom 25.01.2016
Berufsmesse: Gute Angebote, leider wieder nur mäßige Beteiligung
JAP-Börse in Bottendorf mit verhaltenem Zuspruch. Teilnehmer schieben es auf`s Wetter. Aber auch zufriedene Gesichter.
VON KERSTIN FISCHER
Bottendorf. Konrad Leißing ist mit seinen Eltern beim Wärmflaschenhersteller Fashy GmbH aus Wiehe stehengeblieben. Betriebsleiter Peter Grimm erklärt dem 14-Jährigen alles über den Beruf des Verfahrensmechanikers Kunststoff/Kautschuk. Davon sucht der Betrieb jetzt wieder einen Lehrling, Konrad zeigt sich interessiert. Der Schüler aus Zeisdorf im benachbarten Sachsen-Anhalt gehörte auch er in diesem Jahr wieder zu den Besuchern der JAP-Börse am Samstag in der Bottendorfer Mehrzweckhalle. Zwanzig Unternehmer hatten hier Informationsstände bezogen und waren nicht nur mit bunten Handzetteln und Hochglanz-Flyern gekommen, sondern hatten wieder ganz konkrete Angebote dabei. Diese richteten sich in erster Linie an Schulabgänger, denn gute Auszubildende in Zeiten des durchschlagenden Geburtenknicks werden händeringend gesucht. Doch auch Praktikumsplätze hatte der eine oder andere Betrieb anzubieten. Zum vierten Mal fand in Bottendorf die JAP-Börse statt. JAP steht für Job, Ausbildung, Praktikum. Was zeigen soll, dass es um weit mehr als eine Berufsmesse für Schulabgänger geht. Hier, so das Anliegen der Organisatoren, kann sich auch direkt an Unternehmer wenden, wer etwa als Pendler wieder einen Job in der Heimat sucht oder bei einem Praktikum den Beruf und den Betrieb kennenlernen will. Dass der große Andrang am Samstag ausblieb, enttäuschte viele Firmenvertreter. Doch auch von den 25 angemeldeten Unternehmen waren fünf Plätze leer geblieben. Drei hatten sich ab-, einer krank gemeldet, und zwei waren nicht erschienen. Die anderen Firmenvertreter schoben’s aufs Wetter. Bei glatten Straßen bleiben viele wohl besser zu Hause, war allenthalben zu hören. Heiko Lange, der Geschäftsführer des Industriedienstleisters ICS aus Roßleben,
vermochten dem spärlichen Besuch eine positive Seite abzugewinnen: „Hier kommen die Interessierten“, ist Lange überzeugt. Besser als Massen, die sich bloß durchwälzen und gar kein wirkliches Interesse haben. ICS ist von Anfang an bei der Börse dabei. Und bisher jedes Mal habe er einen Mitarbeiter oder einen Lehrling gewinnen können, berichtet der Firmenchef. Gute Gelegenheit für Schulabgänger Am Stand des Roßlebener Betriebes, in dem Konstrukteure und Roboter- Programmierer die Kundenwünsche umsetzen, erklären ein Azubi und ein Mitarbeiter Interessierten ihre Arbeit. Benjamin Freitag (24), der zunächst anderthalb Jahre studierte, sich dann aber für die Berufsausbildung bei ICS entschied, hat jetzt die letzte Prüfung erfolgeich bestanden und darf sich auf eine Festanstellung freuen. Damit symbolisiere der junge Mann genau das Anliegen der JAP-Börse, findet Heiko Lange und spricht von einem „Systemfehler“, dass junge Leute bis zum Abschluss der Schule kaum Kontakt zu Betrieben haben. Die Folge seien abgebrochene Berufsausbildungen, weil erst später festgestellt werde, dass Vorstellungen mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen. Ärgerlich für die Betriebe, die bis dahin schon viel Zeit und Energie in den Berufsanfänger investiert haben. Bei ICS laufe das anders, verweist Lange auf enge Kontakte zur Klosterschule. Auch Pflegedienste, Lebensmittelbetriebe, Krankenkassen, die Bundeswehr, das VHS-Bildungswerk und das Bildungswerk Hessen-Thüringen sind dabei. Kyffhäusersparkasse und Nordthüringer Volksbank werben um angehende Bankkaufleute, die Markusgemeinschaft Hauteroda sucht Tischler, Koch und einen Milchtechnologen. Gleich zwanzig Lehlinge, vor allem in den Bereichen Mechantronik, Lagerlogistik und Industrieelektrik, hätten bei Wago in Sondershausen Chancen - sehr gute
schulische Leistungen in Naturwissenschaften vorausgestzt, wie Ausbilder Achim Kulbe berichtet. Und bei Fahrzeugzuliefer Tower Automotive warten sieben Lehrstellen auf angehende Werkzeugmechaniker, Mechatroniker und Elektroniker - sogar zwei Jobs als Elektroniker und Werkzeugmechaniker wären zu besetzen. Das Bauunternehmen Kunze in Heldrungen ist als Ausbildungsbetrieb für Dachdecker, Zimmerer, Hochbauer, Stahlbetonbauer und Bürokräfte dabei. „Bei uns ist der Fachkräftemangel schon voll angekommen“, sagt Dachdeckermeisterin Klaudia Daßler. Wer die Ausbildung erfolgreich absolviert, habe beste Aussichten auf einen Job. Insgesamt seien im Vorfeld wieder weit über Hundert Ausbildungsbetriebe angeschrieben worden, berichtet Susanne Kammlodt vom Mehrgenerationenhaus, bei der die Fäden für die JAP-Börse zusammenlaufen. Auch die Stadtverwaltung Roßleben, das VHS- Bildungswerk, WBZ Roßleben, die Jugendberufshilfe Thüringen sowie Agentur für Arbeit und Jobcenter gehören zu den Organisatoren.
Beliebt ist, wo man etwas ausprobieren kann. Bei der Baufirma Kunze konnte aus Schiefer ein Herz geklopft werden. Hier zeigt sich, wer sich für das Handwerk eignet. Foto: Kerstin Fischer